Rapsglanzkäfer im Anflug

Aufgrund der Resistenzproblematik empfiehlt sich zur erfolgreichen Bekämpfung des Rapsglanzkäfers ein Einsatz von Neonicotinoiden.
Der Rapsglanzkäfer ist 2 bis 3 mm groß, länglich-oval und schwarz mit glänzendem Rücken.
Der Rapsglanzkäfer ist 2 bis 3 mm groß, länglich-oval und schwarz mit glänzendem Rücken.
Der Rapsglanzkäfer ist europaweit der wichtigste Schädling im Raps. Bei sonnigen Bedingungen und Temperaturen ab 12–15 °C fliegt der Rapsglanzkäfer in die Rapsbestände ein. Dabei orientiert er sich hauptsächlich am Geruch. Der Flughöhepunkt ist bei voll entwickelten, freistehenden Knospenständen zu beobachten. Während die Larven kaum Schaden anrichten, zerbeißt der Käfer die knospenden Blüten, um an die Pollen zu gelangen. Dabei zerstört oder verletzt er meist den Fruchtknoten der Blüte. Bei Befall sind im gesamten Blütenstand unregelmäßig verteilte, an- und ausgebissene Knospen zu beobachten. Diese Knospen vertrocknen und fallen schließlich ab, während die Blütenstiele an der Pflanze verbleiben. Das führt zur Entwicklung unregelmäßiger Blüten- und Schotenstände.

Ermittlung der Schadschwelle
Seine Eier legt der Rapsglanzkäfer in die geschlossenen Knospen ab. Die Larven mit schwarzem Kopf, die beim Öffnen der Blüte gut erkennen zu erkennen sind, schädigen die Blüte nicht mehr. Der Käfer selbst ist relativ einfach zu erkennen. Er ist etwa 2 bis 3 mm groß, schwarz glänzend mit keulenförmigen Fühlern. Da der Käfer nur bei geschlossenen Blütenknospen Schaden anrichtet, ist eine frühzeitige Bekämpfung erforderlich. Bei Winterraps liegt die Schadschwelle bei 5–6 Käfern/Pflanze am Feldrand und 3 Käfern/Pflanze im Bestand. Um die Mittagszeit sind die Käfer am aktivsten. Es empfiehlt sich daher, die Höhe des Käferbefalls um diese Zeit zu kontrollieren. Zur Ermittlung der Schadschwelle sind Klopfoder Schüttelproben an 10–20 Pflanzen pro Feld sinnvoll. Dabei wird der gesamte Blütenstand einer Pflanze abgeklopft, die Käfer in einem Gefäß gesammelt und anschließend gezählt. Der Zeitraum der Bekämpfung liegt zwischen dem Knospenstadium und dem Stadium, wo bereits 10 % der Blüten geöffnet sind. Danach ist eine Bekämpfung des Rapsglanzkäfers nicht mehr wirtschaftlich. Je später der Käfer in die Bestände einfliegt, desto geringer ist der Schaden.

Welche Mittel einsetzen?
Erst bei Erreichen der Schadschwelleist ein Insektizideinsatz sinnvoll. Seit einigen Jahren ist eine Minderwirkung beim Einsatz von Pyrethroiden in Raps zu beobachten. Diese Entwicklung von Resistenzen beim Rapsglanzkäfer wurde durch eine jährlich mehrmals aufeinander folgende Bekämpfung der Schadinsekten mit Pyrethroiden angekurbelt. Auch beim Erdfloh wurden in Deutschland bereits Resistenzen festgestellt.
Es ist daher enorm wichtig, bei der Schädlingsbekämpfung einen Wirkstoffwechsel durchzuführen. Betroffen von der Resistenz sind alle Pyrethroide der Klasse II (Bulldock, Cymbigon, Decis, Fastac, Fastac SC Super Contact, Fury 10 EW, Karate mit Zeontechnologie, Sumi Alpha, Trafo WG). Noch wirksam sind die Pyrethroide der Klasse I wie Mavrik oder Talstar 8 SC. Volle Wirksamkeit besitzen die neonicotinoiden Produkte Biscaya und Mospilan 20 SG. Deren Einsatz wird zur insektiziden Abschlussbehandlung empfohlen. Gegen andere Rapsschädlinge können synthetische Pyrethroide weiter eingesetzt werden, jedoch sind volle Aufwandmengen zu verwenden und es ist auf eine sehr gute Benetzung zu achten.


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Aktualisiert am: 26.03.2010 11:24
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