Rapsanbau nach dem nassen Sommer

Die Ertragserwartung bei Raps hängt stark von dessen Herbstentwicklung ab. Damit der Kreuzblütler gut entwickelt und frostresistent in den Winterschlaf übergeht, sind einige Grundsätze zu befolgen.
Der Raps darf vor dem Winter nicht hungern. Bis zum Winter nimmt er 50 bis 100 kg N auf. Auch an eine ausreichende Düngung mit Phosphor, Kali und Bor muss im Herbst gedacht werden.
Der Raps darf vor dem Winter nicht hungern. Bis zum Winter nimmt er 50 bis 100 kg N auf. Auch an eine ausreichende Düngung mit Phosphor, Kali und Bor muss im Herbst gedacht werden.
Die Chancen für eine gute Rapsernte 2010 schwinden mit jedem Milllimeter Regen, der vor der Aussaat fällt, da die Böden bereits bis zur Aufnahmegrenze durchnässt sind. Dadurch werden die Bedingungen für die Ausbildung der Pfahlwurzel ungünstiger. Diese braucht der Raps, um seine Ertragsanlagen auch unter Stressbedingungen erhalten zu können. Die Pfahlwurzel erfordert einen gleichmäßig gelockerten Boden. Verdichtungen, durch die die Wurzel nicht hindurchwachsen, Bodenbrocken, in die keine Wurzel hinein wachsen, und Strohreste in der Wurzelzone sind Gift für das Wurzelwachstum des Rapses. Sie schränken zudem den Wurzelraum ein, aus dem der Raps Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann.

Stroh tief genug einarbeiten
Es wird also in diesem Jahr bei der Rapsbestellung darauf ankommen, das häufig nasse Stroh und die Stoppeln nach der Getreideernte möglichst gleichmäßig zu verteilen und schrittweise einzuarbeiten. Tief genug, damit das Stroh mit genügend Erdreich vermischt wird, aber nicht zu tief, um zwangsläufig entstehende Verdichtungen unterhalb der jeweiligen Bearbeitungsgrenze später noch unterfahren und auflockern zu können, wenn der Boden abgetrocknet ist.
Für die Bearbeitung des in der Krume nassen Bodens sind schmale Grubberschare (40 mm) besser geeignet als Kurzscheiben, zumal diese die nassen Stoppeln zu Würsten zusammen drehen, die sich später kaum mehr auseinander ziehen lassen. Breite Grubberschare (80 mm) oder Gänsefußschare sind nur für den ersten Arbeitsgang bis maximal 5 cm Tiefe zu empfehlen. Wird mit dem Grubber tiefer gearbeitet, gelangen zu viele nasse, grobe Brocken an die Oberfläche. Mit zu flacher Arbeitstiefe wird dagegen nicht genug an Feinerde geschaffen, die für die gleichmäßige Vermischung mit den Stoppelresten und für das Ankeimen des Ausfallgetreides und der Unkrautsamen notwendig ist. Erfolgt die erste Bearbeitung im feuchten Boden, muss dieser unbedingt nachbearbeitet und eventuell sogar gewalzt werden, bevor die Kluten austrocknen und zusammenbacken. Diese Bodenbatzen lassen sich später nicht mehr zerkleinern und bleiben bei ungünstiger Witterung auf Jahre erhalten. Die Rapswurzel wächst dann um die groben Brocken herum wie um einen Stein.

Auf was ist in diesem Jahr beim Raps zu achten?
- Stroh möglichst gleichmäßig verteilen und einarbeiten
- Boden schrittweise tiefer bearbeiten, aber immer tief genug, damit genug Feinerde gebildet wird
- Der Pflug beseitigt keine Verdichtungen. Diese müssen vorher durch den Grubber behoben werden
- Rechtzeitig säen, Möglichkeiten der unterschiedlichen Entwicklung der Rapssorten nutzen
- Aussaatstärke bei früher Saat zurücknehmen, um das Schossrisiko zu verringern
- Bei später Saat gegen Peronospora beizen, um Vorwinterentwicklung zu sichern
- Wachstumsregler vor allem in Hybriden einsetzen, um die Verzweigungsleistung zu erhöhen und die Winterhärte zu fördern
- Der Raps darf vor Winter nicht hungern

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar, Schackenthal (D)


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Aktualisiert am: 03.08.2009 13:26
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