Raps: Die neuen Sorten

Der Grundstein für eine erfolgreiche Rapsproduktion wird mit der Wahl der richtigen Sorte gelegt. Welche neuen Sorten am Markt verfügbar sind und was Sie leisten, lesen Sie hier.
Im Jahr 2009 stehen vier Neuzüchtungen zur Zulassung an.
Im Jahr 2009 stehen vier Neuzüchtungen zur Zulassung an.
Der Sortentyp, die Trockentoleranz einer Sorte, die Anforderungen hinsichtlich der Reifezeit, der zu erwartende Druck bei Krankheiten und Lagerung und, vor allem aus Sicht der Verarbeiter, auch Qualitätseigenschaften sind die wichtigsten Kriterien für die Sortenwahl bei Winterraps. Seit August vorigen Jahres wurden der Normalhybrid NK Petrol, der Halbzwerghybrid Bambin und die Liniensorten Adriana, Chagall, Komando und Mickey neu in die Österreichische Sortenliste eingetragen.

Linien- oder Hybridsorte?
Häufig wird die Frage ob Linien- oder Hybridsorte, mit dem Abschluss eines Anbauvertrages, in dem spezifische Vorgaben im Bezug auf die Sortenwahl zu beachten sind, entschieden. Soweit der Sortentyp aber nicht durch einen Produktionskontrakt bedingt wird, sind einige Faktoren abzuwägen. Hybridsorten zeigen eine raschere Herbstentwicklung und gestatten daher einen späteren Anbautermin bis in den September hinein. Bei frühem Anbau von Hybriden ist eine Maßnahme zur Wachstumsregulierung einzukalkulieren. Liniensorten sollten noch im August, längstens aber bis zum 5. September ausgesät sein. Bei Hybridsorten ist das Anbaufenster um etwa noch eine knappe Woche länger. Dabei bleibt mehr Zeit für eine optimale Saatbettvorbereitung.

Ertragsvorteile bei Hybriden
Hybridsorten erreichten, wie in Ergebnissen der Sortenwertprüfungen ersichtlich, im mehrjährigen Durchschnitt im Trockengebiet und in den niederschlagsreicheren Übergangslagen ein um 8 bzw. 7 % höheres Ertragsniveau als die Liniensorten. In der Praxis ist der Ertragsunterschied bei günstiger Bodenbonität, hohem Nährstoff- und Wasserangebot zwischen Linien- und Hybridsorten jedoch meist geringer oder die Erträge sind annähernd gleich. Allgemein ist davon auszugehen, dass unter suboptimalen Anbaubedingungen, insbesondere bei Trockenstress, wo ein kräftiges Wurzelsystem gefragt ist, Hybriden eher Ertragsvorteile aufweisen. Die höchsten Fettgehalte im Gesamtsortiment weisen aber die Liniensorten Adriana, Komando und Siska auf. Unter den Hybridsorten erreichen neben Baldur und Tenno auch Exagone, Visby und NK Petrol gute Gehaltswerte.

Anfälligkeit für Krankheiten
Enge Rapsfruchtfolgen fördern das Auftreten von Krankheiten, insbesondere von Weißstängeligkeit (Sklerotinia) und von Phoma. Meist liegt bei den Sorten eine geringe bis mittere Anfälligkeit vor, gewisse Sortenunterschiede sind aber gegeben: So weisen Adriana, Ladoga oder Remy gegenüber beiden Krankheiten gute Toleranzen auf (Note 3), ältere Hybride wie Baldur, ES Saphir oder Explus sind dagegen mit einer mittleren bis starken Anfälligkeit (Note 6) gegenüber Sklerotinia eingestuft. Trotz dieser zum Teil relevanten Unterschiede in der Sortenanfälligkeit sollte der Fruchtfolgeabstand bei Raps immer beachtet werden.

Autor: DI Klemens MECHTLER, AGES


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Aktualisiert am: 07.07.2009 13:32
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