Raps-Bestandsführung im Herbst

Der Grundstein für gute Rapserträge wird im Herbst gelegt. Ziel der Herbstentwicklung ist ein gut und gleichmäßig entwickelter, aber nicht zu üppiger Bestand. Die richtige Bestandsführung spielt dabei eine wichtige Rolle.
Raps darf im Herbst nicht "hungern", daher ist eine Stickstoffgabe nötig, sobald die älternen Blätter im Vorgewende aufhellen.
Raps darf im Herbst nicht "hungern", daher ist eine Stickstoffgabe nötig, sobald die älternen Blätter im Vorgewende aufhellen.
Das Ziel der Herbstentwicklung von Raps sind zehn gut und gleichmäßig entwickelte Blätter, eine in die Tiefe gehende Pfahlwurzel mit einem Wurzelhalsdurchmesser von 10 mm und eine maximale Sprosslänge von 20 mm.

Stickstoffdüngung
Wenn die älteren Blätter ab dem Vierblattstadium leicht aufhellen, so ist eine Stickstoffdüngung nötig. Raps nimmt im Herbst hohe Stickstoffmengen auf. In der Praxis werden meist Ende September/Anfang Oktober zwischen 30 und 60 kg Stickstoff gedüngt.

Wachstumsregler
Erreicht der Raps Anfang Oktober das Fünf- bis Sechsblattstadium, so ist die Gefahr des Überwachsens vor dem Vegetationsende gegeben und somit die Gefahr von Frostschäden. Auch ungleiche Bestände sind stärker gefährdet. Daher sollte in diesen Fällen zwischen dem Vier- und Sechsblattstadium eine Wachstumsregulierung durchgeführt werden. Mögliche Mittel und Mengen: Folicur oder Tilmor (o,8 – 1 lt./ha), Toprex (0,35 – 0,5 lt./ha) oder Carax (1 lt./ha).

Phoma
In diesem Jahr ist die Phomagefahr nicht so groß. Trotzdem sollte der Rapsbestand nach den typisch weißen Flecken mit braunem Rand und schwarzem Punkt in der Mitte kontrolliert werden. Bei Risikowitterung müssen die Fungizidmengen (siehe Wachstumsregler) erhöht werden.

Erdflohbekämpfung
Heuer sind in vielen Rapsbeständen unfangreiche Fraßspuren von Erdfloh zu sehen. Wer Mitte September Gelbschalen ausgestellt hat und mittlerweile über 50 Erflöhe gefangen hat, sollte mit dem Wachstumsreglereinsatz die Erdflohbekämpfung mittels Insektizid kombinieren. Wer keine Gelbschalen aufgestellt hat, sollte sich an der Schadschwelle von 10% Fraßschäden an den Blättern orientieren. Die eigentliche Schädigung geht von den Larven aus, die in der Erde abgelegt werden und die Wurzeln befallen.

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Aktualisiert am: 08.10.2011 14:12
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