Raps - mehr Kraut als Körner zu erwarten!

Der Raps kam gut durch den Winter und vor allem die früh gesäten Bestände sind überdurchschnittlich gut entwickelt. Der Ertrag hängt nun vor allem von der weiteren Düngestrategie ab.
Der Witterungsverlauf war bisher gut, die Ertragsaussichten sind hoch.
Der Witterungsverlauf war bisher gut, die Ertragsaussichten sind hoch.
Hat der üppig entwickelte Raps noch vor dem Winter stark nachgelassen oder durch den Frost die Blätter verloren, braucht er eine frühe Startgabe zwischen 40 und 70 kg/ha N, letztere auf tonigen Böden. Diese Startgabe wird von der kalkulierten N-Gesamtdüngung abgezogen. Die Nachdüngung erfolgt, wenn der Stängel zwischen 10 und 15 cm lang ist.

Schwächer entwickelte Rapsbestände im 8-Blattstadium, die weniger als 130 bzw. 160 kg/ha N aufgenommen haben, werden mit wenigstens 50 (sandige Böden) bis 80 (tonige Böden) kg/ha N angedüngt. Die Startgabe ist in diesen Beständen um 20 bis 30 kg/ha N höher anzusetzen, wenn die Bestände offensichtlich unter N-Mangel leiden.

Die Anschlussdüngung mit der auf den Gesamtbedarf aufgedüngt wird sollte auf sandigen Böden ab einer Stengellänge von 10 cm fallen. Auf tonigen Böden ist vor allem auf Standorten mit Frühjahrstrockenheit die Ausbringung der gesamten Frühjahrsdüngung in einer Gabe möglich, wenn nur Amid- bzw. ausschließlich NH4-Dünger eingesetzt werden. Auf leichten Böden sind N-Gaben über 70 kg/ha N zu teilen.

Die Düngung des Rapses mit Gülle ist im Frühjahr möglich, wenn sie ausgebracht wird, bevor Knospen freiliegen. Gelangt die Gülle direkt auf die Knospen, werden diese im günstigsten Fall nur verdreckt und können somit schlechter assimilieren, im ungünstigsten Fall werden Knospen durch die Gülle verätzt und fallen damit ganz aus.

Effektiver als zu Raps wird die Gülle im Frühjahr zu Getreide oder Mais ausgebracht.

Fassen wir zusammen
Die N-Düngung zum meist üppig entwickelten Raps kann bei intakter Bodenstruktur in diesem Jahr insgesamt um 40 bis 80 kg/ha N zurückgenommen werden.
Trotz üppiger Entwicklung ist eine Startgabe zwischen 40 und 60 kg/ha N notwendig, um den Raps in Gang zu bringen, wenn er offensichtlich bereits unter N-Mangel litt.
Kann die Startgabe nicht vor Mitte März erfolgen, können Sie die im Frühjahr benötigte N-Menge (bis maximal 140 kg/ha N) in einer Gabe als Ammonium-Dünger ausbringen.
Ungleichmäßig entwickelter Raps wird durch frühe Wachstumsregler-Gaben in der Entwicklung egalisiert.
Die Einkürzung in üppig entwickelten Beständen sollte nicht zu früh erfolgen. Besser ist es, den Raps kurz vor dem Knospenstadium mit Azolen + Moddus einzukürzen.
Das Lagerrisiko ist hoch.
Vorhandener Phomabefall ist frühzeitig zu bekämpfen, wenn der Blattapparat nicht noch abfriert.
Die Versorgung mit Bor muss mit 300 bis 400 g Bor durch Blattdüngungsmaßnahmen sichergestellt werden.
Bekämpfung der Schädlinge nicht außer acht lassen.

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar GmbH, Schackenthal ( www.NU-Agrar.de)


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Aktualisiert am: 08.03.2007 18:15
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