RWA: Neue Strategien optimieren die Vermarktungsleistungen

Die Landwirtschaft war heuer vor allem witterungsbedingt mit einer Fülle von Herausforderungen konfrontiert. Für den Raiffeisen-Lagerhausverbund steht unter anderem die bestmögliche Vermarktung der Ernte im Mittelpunkt der Bemühungen. Eine Reihe neuer traditioneller und alternativer Vermarktungsstrategien helfen den Vermarktungserfolg bei Feldfrüchten zu erhöhen.
Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner: „Agrar ist das Kerngeschäftsfeld der Lagerhäuser, auch wenn Strukturwandel, Wetterkapriolen, Preisdruck und andere schwierige Rahmenbedingungen uns das Leben im Moment nicht einfach machen“.
Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner: „Agrar ist das Kerngeschäftsfeld der Lagerhäuser, auch wenn Strukturwandel, Wetterkapriolen, Preisdruck und andere schwierige Rahmenbedingungen uns das Leben im Moment nicht einfach machen“.
Insgesamt verzeichnen die Lagerhäuser von Jänner bis einschließlich August 2005 ein Umsatzplus von 4,3 % (kumulierter Umsatz 1,4 Mrd. Euro) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2004. Nach Spartenumsätzen betrachtet verzeichnen Landw. Erzeugnisse ein Minus von 13,3 %, Landw. Bedarf – 4,1 %, Energie + 31,2 %, Baustoffe – 1,9 %, Bau & Gartenmarkt + 0,8 % und Technik – 0,4%.

Gemeinsam die Chancenpotenziale nutzen

Die hoch spezialisierte österreichische Landwirtschaft ist laut Dipl.-Ing. Ernst Gauhs, RWA- Bereichsleiter für Landwirtschaftliche Erzeugnisse, gut dafür geeignet Nischenprodukte zu erzeugen. In den Raiffeisen-Lagerhäusern werden daher schon seit Jahren Anbauverträge für Hirse, High Oleic und gestreiftsamige Sonnenblumen, Speisesojabohnen, Öllein usw. angeboten.

Die Treibstoffrichtlinie der EU eröffnet zusätzliche Absatzpotenziale. Die Ölsaatenmenge, die für den geplanten Einsatz von Raps-Methyl-Ester in der EU benötigt wird, kann gar nicht am Binnenmarkt erzeugt werden. Auch die Produktion von Bioethanol aus Getreide eröffnet gute Absatzchancen für die heimische Landwirtschaft. Speziell die Produktion auf Stilllegungsflächen sollte dabei interessant sein. Der Raiffeisen-Verbund stellt als erste Vermarktungsorganisation bereits für die Ernte 2006 Anbauverträge zur Verfügung.

Top-Qualitäten erfordern gezielte Düngung

Während international die Nachfrage nach Düngemittel weiterhin steigt, ist in Österreich aber seit Jahren ein rückläufiger Düngereinsatz festzustellen, so Dipl.-Ing. Reinhard Wolf, Bereichsleiter für Betriebsmittel und Energie in der RWA. Die Lagerhäuser bieten flächendeckend neben dem Einsatz von Düngermischanlagen und gezielt einsetzbaren Volldüngern eine Schnellanalyse mit dem Hydro N‑Tester an.

Bioenergie - ein Gebot der Stunde

„Vor allem den flüssigen Biokraftstoffen gehört die nahe Zukunft, was umfangreiche Anlageninvestitionen in ganz Europa bestätigen“, bestärkt Dr. Johann Blaimauer, Bereichsleiter der Abteilung Saatgut/Holz der RWA. Während der Biomasse-Verbrauch in der EU von 1993 bis 2003 kontinuierlich um knapp 35 % gestiegen ist, hat sich der Verbrauch an flüssigen Bio-Kraftstoffen von 2002 auf 2003 verdoppelt.

Biodiesel oder Raps-Methylester (RME) ist am längsten als flüssiger Biokraftstoff im Einsatz. In den EU-25 existiert ein Produktionsziel für 2010 von 14 Millionen Tonnen. Im Vergleich dazu waren es 2004 noch ca. 2 Millionen Tonnen. Für die Pflanzenbauer lässt sich daraus ableiten, dass nachhaltiger Anbau von Raps auch in Europa stattfinden wird.


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Aktualisiert am: 17.10.2005 11:24

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