Quotenende: Sanfte Landung angestrebt

Ende März 2015 läuft das Europäische Quotensystem für die Milch aus. Wer seine Quote spekulativ im Vorfeld verkauft hat und volle Kanne produziert, muss für das letzte Milchwirtschaftsjahr eine saftige Strafe zahlen.
Ziel ist es EU-weit einen geordneten Quotenausstieg, der für die Milcherzeuger planbar und die Regelung verlässlich ist, zu gestalten.
Ziel ist es EU-weit einen geordneten Quotenausstieg, der für die Milcherzeuger planbar und die Regelung verlässlich ist, zu gestalten.
Seit einigen Jahren ist die Überschussabgabe entsprechend der Überlieferungsintensität gesplittet. So ergibt die Saldierungsrechnung für 2011/2012 einen Zuweisungsprozentsatz von 9,65 %. Für Milchbauern, die ihre einzelbetriebliche A-Milchquote bis 9,65 % überliefert haben, wird eine Basisabgabe von 7,968 Cent/kg fällig. Für Überlieferungen über 9,65 % werden die Zusatzabgabe mit Zuschlag von 19,92 Cent/kg, über die Molkereien und die AMA verrechnet. Grundsätzlich ist die Zusatzabgabe bei Überschreiten der nationalen Milchquote EU-weit mit 27,83 Cent/kg festgelegt. Die Milchquotenregelung wurde bekanntlich 2008 um sieben weitere Jahre verlängert, sodass diese mit 31. März 2015 endet.

Was die Zukunft bringt
Mittlerweile sind schon wieder drei Monate des neuen mit April 2012 begonnenen Quotenjahres vorüber und die Anlieferung war um 4,1 % über dem Zeitraum des Vorjahres. Für das Quotenjahr 2012/2013 ist nicht mit großartigen Änderungen zu rechnen.
Ziel ist es EU-weit einen geordneten Quotenausstieg, der für die Milcherzeuger planbar und die Regelung verlässlich ist, zu gestalten. Der überlastete, vorzeitige Quotenausstieg in der Schweiz ist auf keiner Ebene ein Vorbild. Vielmehr sollen sich alle Marktpartner seit dem Ergebnis des Health Check im Jahre 2008 vorbereiten und auf das Ende der EU-weiten Milchmengensteuerung einstellen. Die Milchlieferanten haben in einer Umfrage mitgeteilt, dass aufgrund der Futterfläche in Österreich (fast 2 Mio. Hektar Grünland) die Nutzung der vorhandenen Ressourcen (Bildung, Fütterung, Management, Züchtung, Arbeitswirtschaft, …) die Milchproduktion zwischen 17 % und 27 % gesteigert werden kann. Diese Anlieferungssteigerung ist bereits voll im Gange.

Autor: Dipl. Päd. Ing. Josef Weber, LK Niederösterreich

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 14 von „Der fortschrittliche Landwirt“

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Aktualisiert am: 04.07.2012 09:39
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