Protest gegen Ausschluß Steiners aus der Ennstal Milch

Einige hundert Milchbauern, vornehmlich Mitglieder der IG Milch, haben in Stainach vor den Gebäuden der Ennstalmilch gegen den Ausschluß ihres Kollegen Michael Steiner aus der Molkereigenossenschaft Ennstal protestiert.
Bauern gegen Genossenschaften - wo Ausschluß und Zwietracht das Bemühen um bessere Milchpreise begleiten, anstatt Zusammenarbeit und Bündelung der Interessen, dort entwickeln sich die Dinge falsch.
Bauern gegen Genossenschaften - wo Ausschluß und Zwietracht das Bemühen um bessere Milchpreise begleiten, anstatt Zusammenarbeit und Bündelung der Interessen, dort entwickeln sich die Dinge falsch.
Biomilchlieferant Michael Steiner aus Stein an der Enns, ein Pionier der IG Milch und ein Kämpfer für einen höheren Milchpreis hatte stets alle Möglichkeiten und Methoden forciert, einen besseren Bauernmilchpreis zu erreichen. Zuletzt setzte er sich für die Bündelung der Milch in Liefergemeinschaften und einen Verkauf an den Meistbieter ein. Die Vorwürfe Steiners, die Ennstalmilch würde einen der schlechtesten Biomilchpreise Österreichs bezahlen und sein Engagement, Biomilch möglicherweise aus der Region abzusaugen, wurden der Ennstal Milch als regionaler Milchverarbeitungsgenossenschaft nun zu viel. Landwirt Micheal Steiner wurde mit Vorstandsbeschluß aus der Genossenschaft ausgeschlossen. Gegen Bezahlung einer Schüttgebühr von 3 Cent pro Liter darf er zwar weiter Milch an die Genossenschaft bezahlen. Seine Genossenschaftsanteile in Höhe von rund 27 000 Euro soll der Bauer aber erst in einigen Jahren unverzinst herausbekommen.

Beim Prostestmarsch in Stainach wurde der Unmut vieler Milchbauern über den Ausschluß kundgetan. Ennstalmilch Geschäftsführer Josef Pitzer und Obmann Hermann Schachner stellten sich der Diskussion mit den Landwirten, rückten aber nicht von ihrem Vorwurf des genossenschaftsschädigenden Verhaltens Steiners und des daher notwendigen Ausschlusses ab.

Die IG Milch prüft nun rechtliche Schritte gegen den Beschluß und überlegt, einen Solidarfonds für geschädigte Bauern einzurichten, sollte das Beispiel Schule machen.

Wird zum Wohle der Bauern gearbeitet?

Diese Frage stellen sich viele Milchbauern. Es ist bedauerlich, dass es bei der so wichtigen Arbeit nach einem zufriedenstellenden Milchpreis nun zu Konflikten zwischen organisierten Milchbauern und ihren eigenen Genossenschaften kommt. Es scheint, als wäre ein Kampf an den falschen Fronten vorprogrammiert. Es droht nun der Kampf Bauer gegen Bauer, wo es nur Verlierer gibt. Nötig hätte die Branche ( Bauern, Genossenschaften und Verarbeiter) aber ein gemeinsames Auftreten gegenüber Politik, Handel und den Konsumenten. Dafür sollten sich die Funktionäre aller Gruppen gemeinsam stärker einsetzen. Damit wäre den Bauern am meisten gedient!


Aktualisiert am: 03.04.2008 11:05
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