Produktionsrückgang in der österreichischen Holzindustrie

Die Wirtschaftskrise wirkt sich in der Holzindustrie aus – die Exporte sind rückläufig. Die Österreichische Holzindustrie hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 eine Produktion im Wert von EUR 7,29 Mrd. abgesetzt. Dies bedeutet einen wertmäßigen Rückgang um 3,4% gegenüber dem Vorjahr.
Der Produktionswert der heimischen Sägeindustrie hat sich insgesamt um 6,7% auf EUR 2,09 Mrd. verringert.
Der Produktionswert der heimischen Sägeindustrie hat sich insgesamt um 6,7% auf EUR 2,09 Mrd. verringert.
Die positive Entwicklung der letzten Jahre konnte somit aufgrund des weltweiten Wirtschaftsabschwunges nicht fortgesetzt werden. Dies geht aus dem Branchenbericht 2008/09 hervor. Die Holzindustrie ist eine stark außenhandelsorientierte Branche. Die Exportquote liegt bereits seit mehreren Jahren über 70%. Dazu tragen überproportional Nadelschnittholz, Leimholz, Holzwerkstoffe (Platten) und Ski bei. Das Gesamtvolumen betrug EUR 5,47 Mrd, dies entspricht einem Rückgang von 7,2% gegenüber 2007. Mit 75,8% (EUR 4,50 Mrd.) war die Europäische Union der wichtigste Abnehmer österreichischer Holzprodukte. Insbesondere wurde nach Deutschland und Italien exportiert. Die restlichen 24,2% verteilten sich auf Resteuropa mit 12,2%, die Entwicklungsländer mit 2,5% und übrige Länder wie USA und Japan mit 9,5%. Die Importe von Holzprodukten haben sich im Jahr 2008 ebenfalls verringert. Insgesamt wurden Produkte im Wert von EUR 3,33 Mrd. eingeführt, das bedeutet eine Abnahme von 3,1% gegenüber 2007. Auch im Bereich der Importe ist die EU mit einem Anteil von 87% der wichtigste Partner.

Positiver Trend im Außenhandel gebremst
Der Außenhandel ist ein wesentliches Standbein der Holzindustrie, sie ist einer der wenigen Sektoren, die in den vergangenen Jahren eine kontinuierlich positive Handelsbilanz aufwiesen. Gemeinsam mit den anderen Bereichen der Wertschöpfungskette Holz- und Forstwirtschaft befand sich der Außenhandelsüberschuss auf einem annähernd gleichen Niveau wie der Tourismus. Aufgrund der globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte der Trend der positiven Außenhandelsbilanz jedoch im Jahr 2008 nicht weitergeführt werden, sie weist ein Minus von 12,9% auf (EUR 2,14 Mrd.). Die Holzindustrie zählt 1.556 aktive Betriebe. Bedingt durch die verstärkte Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit infolge von Windwürfen befindet sich die Zahl der Sägewerke im Vergleich zum Vorjahr annähernd auf gleichem Niveau. Weitere wichtige Sparten sind, gemessen an der Produktion, der Baubereich, die Möbelindustrie, die Holzwerkstoff- und die Skiindustrie. Mit 30.927 Mitarbeitern nahm die Beschäftigtenzahl in der Holzindustrie im Jahr 2008 leicht ab.

Sägeindustrie vor großen Herausforderungen
Die Sägeindustrie ist 2008 durch das Platzen der amerikanischen Immobilienblase unter großen Druck geraten. Von der gesamtwirtschaftlichen Abwärtsbewegung konnte sie sich nicht abkoppeln, da 80% des Schnittholzes vom Baubereich benötigt werden. Der Großteil der Betriebe hat bereits frühzeitig mit Produktions-Rücknahmen reagiert.


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Aktualisiert am: 18.08.2009 11:07
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