Produktionskosten der Milchbauern ziehen den Erzeugerpreisen davon

Dass die Produktionskosten in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind, ist bekannt. Wie enorm die Kostenschere allerdings ist, verdeutlicht die LK Steiermark in einer Presseaussendung. Demnach sind die Kosten für Betriebsmittel in der Milchproduktion seit 2005 um 95 % gestiegen, die Erzeugermilchpreise hingegen nur um 18,5 %.
Seit 2005 sind die Ausgaben für die wichtigsten Betriebsmittel der Milchbauern um rund 95% gestiegen, während die Erzeugermilchpreise nur um bescheidene 18,5% angezogen haben.
Seit 2005 sind die Ausgaben für die wichtigsten Betriebsmittel der Milchbauern um rund 95% gestiegen, während die Erzeugermilchpreise nur um bescheidene 18,5% angezogen haben.
"Die Fakten beweisen, dass die Landwirtschaft nicht der Verursacher der Preissteigerungen bei Lebensmitteln ist. Seit 1996 stiegen die Löhne um 126%, Wohnen, Wasser sowie Energie wurden um 119% teurer. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier hingegen stiegen nur um 38%", stellt der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident, Gerhard Wlodkowski, klar. Gleichzeitig steigen für die Bauern die Produktionskosten. Am Beispiel Milch zeige sich die Dramatik der Kostenschere: Seit 2005 sind die Ausgaben für die wichtigsten Betriebsmittel um rund 95% gestiegen, während die Erzeugermilchpreise nur um bescheidene 18,5% angezogen haben.

5 Minuten Arbeit für ein Stück Butter
Vergleiche man das durchschnittliche Einkommen mit den Lebensmittelpreisen, so sei der tägliche Einkauf so günstig wie noch nie. Während ein Arbeiter 1970 noch 22 Minuten für ein Viertel-Kilogramm Butter arbeiten musste, sind es heute gerade mal fünf Minuten. Weniger krass ist der Unterschied bei 1 kg Mischbrot: 1970 musste man 16 Minuten dafür arbeiten, heute sind es noch zwölf Minuten. Vor 43 Jahren gab ein Haushalt im Durchschnitt auch noch 32% seines Einkommens für Lebensmittel aus, heute sind es nur mehr 12%. Der Anteil, den die Bauern vom Endpreis eines Lebensmittels erhalten, ist laut Angaben der LK Steiermark seit Jahren niedrig. Er liege, je nach Verarbeitungsintensität, zwischen rund 3% bei Brot und Gebäck, 15 bis 20% bei Fleisch und 33% bei Milch.

Aktualisiert am: 17.07.2013 17:32
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