Pressen von Siloballen – darauf kommt es an!

Die Ballenform wird in einem hohen Maße von der Schwadform bestimmt. Die Formstabilität hängt von der Pressdichte ab, die wiederum von der Presse und ihrer Einstellung, der Schwadform und der Fahrweise beeinflusst wird.
Wer rasch nach dem Pressen wickelt, verhindert Qualitätseinbußen.
Wer rasch nach dem Pressen wickelt, verhindert Qualitätseinbußen.
Fehler beim Schwaden kann selbst der beste Pressenfahrer nicht mehr ausbügeln. Sind die Ballen nicht formstabil, steigt das Risiko, dass durch die Verformung nach dem Wickeln Luft in den Ballen eintritt und damit der Ballen verdirbt.

Schwadform
Ein gleichmäßiger, rechteckiger bzw. trapezförmiger Schwad mit möglichst steilen Flanken ist Grundvoraussetzung für zylindrische, gleichmäßig dichte und formstabile Ballen. Schwade mit flachen Flanken bzw. mit dreieckigem Querschnitt führen zu Ballen mit stark abgerundeten Kanten.
Die abgerundeten Kanten können vom Pressenfahrer durch gezieltes Links-Rechts-Fahren vermieden werden. Allerdings muss er dabei den Schwad teilweise überfahren. Schmale Schwade mit steilen Flanken können von geübten Fahrern durch gezieltes Links-Rechts-Fahren gut ausgeglichen werden. Der Abstand der Reifeninnenflanken der Traktoren, die die Pressen ziehen, liegt im Bereich von 1,1 bis 1,3 m. Ist der Schwad breiter, wird er überfahren. Besonders ungünstig sind breite Schwade, die im Randbereich mehr Futter aufweisen als in der Mitte. Dies kann vom Pressenfahrer in der Regel nicht ausgeglichen werden.

Ballendichte
Die Ballendichte ist entscheidend für den Restluftgehalt vor dem Wickeln und die Formstabilität des Ballens. Sie sollte über 170 kg TM/m³ betragen. Für die Silagequalität ist das möglichst rasche Wickeln, längstens 2 Stunden nach dem Pressen, wichtiger als der Restluftgehalt vor dem Wickeln.
Zunehmende Ballendichten vermindern bezogen auf die Tonne Silage auch den Folienverbrauch, den Zeitbedarf für das Wickeln und den Transport sowie das Lagervolumen.
Die Ballendichte hängt wesentlich vom Erntegut ab. Untersuchungen durch FJ-BLT Wieselburg und LFZ Raumberg-Gumpenstein zeigten bei gleicher Einstellung der Pressen und gleichem TM-Gehalt beim 1. Schnitt eine mittlere Ballendichte von 178 kg TM/m³ und beim 4. Schnitt von 205 kg TM/m³. Dies bedeutet einen Anstieg von 15 %, auf Grund der geringeren Sperrigkeit des 4. Schnittes. Bei derselben Untersuchung nahm auch die Trockenmassedichte der Ballen beim 1. Schnitt im Durchschnitt um 5 % und beim 4. Schnitt um 8 % zu, wenn der Anwelkgrad von 35 auf 40 % erhöht wurde.

Fazit
– Voraussetzung für zylindrische, dichte und formstabile Ballen ist ein gleichmäßiger, möglichst rechteckiger Schwad.
– Starke Schwade ermöglichen hohe Massenströme in die Presse bei geringer Fahrgeschwindigkeit und verringern die erforderliche Fahrstrecke am Feld.
– Der Pressenfahrer beeinflusst durch Fahrweise und Einstellung der Presse die Ballenform und Dichte.
– Höhere TM-Gehalte ermöglichen höhere Ballendichten.
– Schneidwerke verbessern einerseits die Auflösbarkeit, den Gärverlauf sowie die Ballendichte und erhöhen andererseits den Leistungs- und Energiebedarf, die Bröckelverluste und das Gewicht der Pressen.
– Festkammerpressen können bei einer deutlich reduzierten Flächenleistung ähnliche Ballendichten erzielen wie Pressen mit variabler Presskammer.
– Es muss ein Kompromiss zwischen Flächenleistung und Ballendichte gefunden werden.

Autoren: DI Franz HANDLER, Dipl.-HLFL-Ing. Emil BLUMAUER und Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER; FJ-BLT Wieselburg


Aktualisiert am: 07.05.2009 10:12

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