Preiseinbruch am Düngermarkt

Der Preis für Dünger ist noch hoch, rutscht aber bereits wieder in den Keller. Doch wie weit geht er runter? Ist es sinnvoll, mit dem Einkauf noch zu warten oder ist das Preistief schon fast erreicht? Der Beitrag beleuchtet die Marktsituation und gibt ein paar Entscheidungshilfen.
Pflanzen brauchen für qualitativ und quantitativ hohe Erträge Dünger, die derzeitige Kaufzurückhaltung kann daher nicht ewig anhalten.
Pflanzen brauchen für qualitativ und quantitativ hohe Erträge Dünger, die derzeitige Kaufzurückhaltung kann daher nicht ewig anhalten.
Zwei Sorgen treiben Ackerbauer seit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres um, nämlich sinkende Erzeuger- und gleichzeitig ansteigende Betriebsmittelpreise, vor allem für Handelsdünger. Um nahezu das Zweieinhalbfache auf 538 €/t klettert Harnstoff von August 07bis bis August 2008. Bei Phosphatdünger kommt es sogar zu einer Vervierfachung des Preises innerhalb eines Jahres. Einzig Kali begnügte sich nur mit einer „Preisverdoppelung“ im Beobachtungszeitraum.

Hoher Preis blockiert die Nachfrage
Insbesondere der Stickstoffdünger hat wohl hat seinen Preiszenit überschritten. Denn der gesamte Weltdüngermarkt sieht sich derzeit mit zwei Problembereichen konfrontiert. Da ist zum einen die fehlende Abnahme der Düngerhändler, da deren Läger bereits gefüllt sind. Und es fließt zweitens kein Stickstoffdünger ab, da sich die Landwirte weltweit mit umfänglichen Düngerkäufen wegen der hohen Preise zurückhalten. Hauptgrund dafür ist vor allem der dramatische Preisrückgang von Ackerfrüchten im Sog der weltweiten Finanzkrise. Farmer in Übersee überdenken ihre Anbaupläne und favorisieren Handelsfrüchte, die weniger N- Dünger benötigen.
Dazu trägt aber auch der Handel bei uns bei, da bis September keine genauen Zahlen über die verfügbaren Liefermengen der Düngerwerke feststanden. Dadurch wurden die Abschlüsse mit den Kunden hinausgezögert. Das änderte sich abrupt mit dem Eintreten der Bankenkrise. Düngerhändlern werden nun die Kreditlinien zusammengestrichen, und das hält sie von weiteren preiswerten Zukäufen, die letztlich den gesamten Lagerbestand verbilligen würden. Eine Entspannung in diesem Bereich, so melden die Marktbeobachter, tritt wohl nicht vor Ende des Jahres ein.

Preissituation bei den anderen Handelsdüngern
Kalidünger bleibt bisher von diesem Preiseinbruch verschont. Dieser verharrt seit August dieses Jahres bei rund 360 €/t. Gründe dafür liefern Streiks in bedeutenden Kalibergwerken in Kanada, sowie eine niedrige Bevorratung dieses Düngemittels in China.
Um 150 €/t oder 9 % hat sich Phosphatdünger seit seiner Preisspitze Mitte September auf 1620 €/t frei Schiff Nordafrika zurückgebildet Ob es aber zu einer weiteren Preisrückbildung bei diesen Dünger kommt, bleibt abzuwarten. Sollten die Bodenprobe eine ausreichende Versorgung für diese Dünger anzeigen, kann der Landwirt sich im Abwarten üben.

Fazit
Es bietet sich derzeit insbesondere an, vor allem bei Harnstoff Teilkäufe vorzunehmen. Denn Preissteigerungen sind in naher Zukunft nicht auszuschließen. Bei Kali und Phosphatdünger erscheint die preisliche Situation derzeit unübersichtlich. Nach den großen Preisaufschlägen scheint gegenwärtig einer weiterer Preisanstieg nicht gegeben.

Autor: Joachim RUHMANN, DLR Bad Kreuznach (D)


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Aktualisiert am: 09.12.2008 15:51
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