Preisdruck und schleppende Fleischnachfrage am Schweinemarkt

Die Kühlhäuser sind voll, der Beginn der Grillsaison ist verzögert und die Fleischnachfrage wird als schleppend bezeichnet. Gründe, warum der Schweinepreis in Deutschland und Österreich deutlich nach unten korrigiert wurde.
Der Schlachtschweinepreis wurde Ende April in Deutschland und Österreich stark nach unten korrigiert.
Der Schlachtschweinepreis wurde Ende April in Deutschland und Österreich stark nach unten korrigiert.
Am deutschen Schlachtschweinemarkt ist in der vierten Aprilwoche Ernüchterung eingekehrt. Der zu Jahresbeginn prognostizierte Rückgang des Schweineangebots will sich nicht einstellen. Außerdem ließen Marktbeobachtern zufolge der verzögerte Beginn der Grillsaison und die schleppende Fleischnachfrage im In- und Ausland die Kühlhäuser „überquellen“. Am Kassamarkt kam es deshalb am Freitag zu einer merklichen Preiskorrektur nach unten: Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) musste ihre Notierung für Schlachtschweine um 6 Cent/kg auf 1,64 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) nach unten setzten.
Die Korrektur erfolgte auf starken Druck der Schlachtbetriebe, die laut Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) bereits im Vorfeld der Preisfindung merkliche Abschläge angekündigt hatten. Die ISN begründete den Preisdruck insbesondere mit den schleppenden Fleischgeschäften, wobei die Schlachtbetriebe keine weiteren Mengen mehr in den Froster einlagern wollten und ihre Nachfrage nach schlachtreifen Schweinen drosselten. Aufgrund des Überangebots hatten in den vergangenen Wochen zunächst die Verkaufspreise im Teilstückhandel nachgegeben; nun reagierte auch der Schweinepreis.
Die Marktschwäche erstreckte sich nicht allein auf Deutschland; auch in Frankreich, Österreich (- 0,06 Euro), Belgien und den Niederlanden gaben die Notierungen Ende dieser Woche nach.

Aktualisiert am: 30.04.2013 22:49
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