Preisabsprachen bei Futterphosphaten: 175 Millionen Strafe für Chemiefirmen

Weil sie von 1969 bis 2004 die Preise für Futterphosphate absprachen und so künstlich hochgehalten hatten, müssen neun Chemiefirmen eine Geldbuße von insgesamt 175,7 Millionen Euro zahlen.
Phosphat-Kartell: 35 Jahre Preise manipuliert

Die zwölf beteiligten Unternehmen kamen aus Finnland, Belgien, Spanien, Portugal, Niederlande, Frankreich und den USA. Aus Deutschland war keine Firma beteiligt. Die höchste Strafe von 83,7 Millionen Euro muss die Firma Tessenderlo Chemie (Belgien) bezahlen. Straffrei gingen das finnische Chemie-Unternehmen Kemira Oyj sowie die finnische Yara-Gruppe aus, weil sie als Kronzeugen über das Kartell berichtet hatten.
EU-Wettbewerbkommissar Joaquin Almunia zeigte sich überrascht, dass dies überhaupt über mehr als 35 Jahre möglich war.

Vorrat an Phosphor in der Natur geht zur Neige

Futterphosphate sind wichtige Komponenten in Futtermitteln für alle Tierarten. Weltweit sind die Vorräte von Phosphaten begrenzt. Fachleute gehen davon aus, dass die weltweiten Vorräte von Phosphaten weit vor den Erdölreserven noch in diesem Jahrhundert zur Neige gehen könnten. Gleichzeitig landet Phosphor aus organischen Abfällen und Tiermehl ungenutzt in Verbrennungsanlagen (Quelle: www.animal-healthonline.de).

Lockerung des Fütterungsverbotes von Schlachtabfällen

Um dem Problem der Phosphorversorgung in der Tierernährung entgegen zu wirken, arbeitet die EU-Kommission an einer Lockerung des Fütterungsverbotes von Schlachtabfällen. Das Verfütterungsverbot von Schlachtabfällen an Wiederkäuer bleibt nach wie vor aufrecht. Die Aufhebung des Verbots betrifft nur Schweine, Geflügel und Fische, unter Beachtung des Kannibalismusverbots.

Nähere Informationen zur Lockerung des Fütterungsverbotes von Schlachtabfällen finden Sie unter folgendem Link: Lockerung des Fütterungsverbots von Schlachtabfällen an Tiere


Aktualisiert am: 22.07.2010 09:17
Landwirt.com Händler Landwirt.com User