Precision Farming: Moderne Sensortechnik im Kuhstall

Auch neueste Technik kann den Menschen nicht ersetzen. Aber neue Sensoren und Indikatoren sehen mehr als das geschulte Melkerauge und tragen so zu einer höheren Leistung und Tiergesundheit in der Milchviehhaltung bei.
Mit Hilfe des Viertelleitfähigkeitssensor SMS4010 lässt sich das Vorgemelk kontrollieren. Die Datenkopplung erfolgt über die Zeit- und Melkplatzsynchronisation in der dazu gehörigen Software EUTER.
Mit Hilfe des Viertelleitfähigkeitssensor SMS4010 lässt sich das Vorgemelk kontrollieren. Die Datenkopplung erfolgt über die Zeit- und Melkplatzsynchronisation in der dazu gehörigen Software EUTER.
In der täglichen Melkarbeit erkennt der versierte Melker an der Veränderung von Struktur und Farbe des Vorgemelkes sowie an dem geschwollenen, geröteten, schmerzempfindlichen oder erhitzten Euterviertel eine akute Euterentzündung. Nach Expertenmeinung muss man bei einer erkannten akuten Mastitis noch mit 5 bis 10 unerkannten subklinischen Mastitisfällen in der Herde rechnen. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Belastung, aber auch eines möglichen Qualitätsrisikos, wurden unterschiedliche Verfahren zur Überwachung der Eutergesundheit entwickelt, die nur in ihrer Gesamtheit eine hinreichende individuelle Entscheidungssicherheit schaffen:
a) Überwachung der Viertelgemelke durch visuelle Prüfung oder mit Sensoren zur automatischen Messung der elektrischen Leitfähigkeit, Milchfarbe, Viskosität oder entzündungsspezifischen Enzymen,
b) Überwachung der somatischen Zellen im Rahmen der Milchgüte- oder Milchleistungsprüfung,
c) Überwachung der bakteriologischen Befunde aus Viertelgemelksproben von Mastitis-verdächtigen Kühen sowie frisch melkenden und trocken zu stellenden Kühen,
d) Bedarfsabhängige Nutzung von Analysegeräten zur Zellzahl-Bestimmung.

Stoffwechsel überwachen
Zur Beurteilung der Stoffwechselleistung der Milchkühe kann der Landwirt verschiedene Indikatoren nutzen:

  • Fett-Eiweiß-Verhältnis und Harnstoffgehalt aus der Milchleistungsprüfung,
  • Body Condition Score (BCS)- Beurteilung oder Rückenfettdicken-Messung,
  • regelmäßige Gewichtsermittlung,
  • Kraftfutterminderaufnahme im Zusammenhang mit Gemelksmenge und Aktivität,
  • Wiederkauverhalten und Kotkonsistenz.


Bereits die monatlichen Auswertungen der Milchinhaltsstoffe hinsichtlich der Versorgungsstufen bieten dem Landwirt eine Grundlage zur Überwachung seiner Fütterungsstrategie. Zusätzlich empfiehlt es sich, regelmäßig im ersten Laktationsdrittel sowie vor dem Trockenstellen BCS-Beurteilungen durchzuführen und im Herdenprogramm für retrospektive Analysen einzupflegen. Der Einsatz von tragbaren Ultraschall-Geräten zur Messung der Rückenfettauflage nach Staufenbiel (1997) verringert dabei den Schätzfehler bei der Konditionsbeurteilung.

Autor: Steffen PACHE, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Köllitsch (D)


Aktualisiert am: 25.10.2007 17:01
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