Praktikum am Charolaiszuchtbetrieb Micaud in Frankreich (Teil 2)

Beste Zuchtlinienkenntnisse, strenge Selektion und Teilnahme auf Schauen und Ausstellungen – das sind nur einige der Erfolgsfaktoren der Familie Micaud. In Teil zwei des Beitrags werden weitere Erfolgsgeheimnisse der französischen Spitzenzüchterfamilie preisgegeben.
Stefan Tröstl beim Vorführen von Frankreichs Kuh des Jahres: BIEN FAITE (V: Vauban): Prix de la Federation bei der Super Moulins 2011 und Champion in Paris 2012. Die Kuh wog 3 Wochen nach dem Kalben 1163 kg.
Stefan Tröstl beim Vorführen von Frankreichs Kuh des Jahres: BIEN FAITE (V: Vauban): Prix de la Federation bei der Super Moulins 2011 und Champion in Paris 2012. Die Kuh wog 3 Wochen nach dem Kalben 1163 kg.
Der Focus der Charolaiszucht am Betrieb Micaud lag immer auf einer möglichst perfekten weiblichen Grundlage und einer perfekten Zuchtstierauswahl.
Zucht ist nicht Mathematik!
Obwohl Frankreich eines der ältesten und ausgeklügeltsten Zuchtwertschätzmodelle der Welt im Bereich Mutterkuhhaltung hat, halten viele Spitzenbetriebe sehr wenig von den Indexzahlen – frei nach dem Motto: Zucht ist nicht Mathematik! Die Zuchtwerte sollten daher maximal als Hilfsmittel dienen. Die meisten französischen Elite-Züchter verlassen sich bei der Zuchtauswahl lieber auf abgesicherte Zuchtlinien als auf die Zahlen.

Schauwesen
Mit rund 2 Mio. Kühen stellt die Rasse Charolais rund die Hälfte der gesamten französischen Mutterkühe. Sie ist daher die bedeutendste Rasse im Fleischrinderbereich in Frankreich, aber auch in Europa. Sie gilt als Vorreiter bei den französischen Markenfleischprogrammen Label Rouge, aber auch im Schauwesen. Im Vordergrund bei den Schauen steht die Werbung für die Rasse und die einzelnen Betriebe sowie der Verkauf, vor allem der Jungstiere.

Präsentation wichtiger als Sieg
Familie Micaud beschickt pro Jahr 8 Schauen bzw. Versteigerungen.

Was mich beeindruckte:
Die familiäre, gastfreundliche und sehr hilfsbereite Aufnahme am Betrieb Micaud, wo doch den Franzosen ein etwas anderes Image anhaftet
Der respektvolle Umgang mit den Züchterkollegen und beim Verkauf.
Das züchterische Wissen über die verschiedensten Linien

Mehr Eindrücke und Erkenntnisse vom Praktikum des Stefan Tröstl in Frankreich erfahren Sie in diesem Beitrag in Landwirt Ausgabe 14 vom 16. Juli 2012.


Aktualisiert am: 04.07.2012 21:48
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