Porendecke contra Betriebsgang – ein Lüftungsvergleich

Die Ferkelproduktion stellt mit ihren unterschiedlichen Temperaturansprüchen je nach Produktionsgruppe (Ferkel, Sauen) große Ansprüche an das Lüftungssystem. Ein Vergleich zeigt, welches System diese Herausforderungen am besten meistert.
Die Luftverteilung und die Strömungsgeschwindigkeit der Luft hängen vor allem vom Zuluftsystem ab.
Die Luftverteilung und die Strömungsgeschwindigkeit der Luft hängen vor allem vom Zuluftsystem ab.
Sauen und Ferkel haben sehr unterschiedliche Temperaturansprüche. Benötigen neugeborene Ferkel in ihren ersten 3 Lebenswochen Temperaturen um die 30°C (mit steigendem Alter abnehmend), so genügen im Bereich der säugenden Sauen Stalltemperaturen zwischen 18 und 22°C. Leere oder tragende Sauen im Wartestall/Deckzentrum haben einen ähnlichen Temperaturanspruch.

Mikroklima für Ferkel
Dies stellt eine große Herausforderung an das jeweilige Lüftungssystem (Frischluftversorgung, Kühlung im Sommer, entsprechende Temperaturen im Winter), bzw. fordert im Gegenzug ein gut durchdachtes System zur Heizung des Ferkelnestes, soll doch für die Ferkel ein entsprechendes „Mikroklima“ zur Verfügung gestellt werden.
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass die geforderten Temperaturen auf den Betrieben nicht oder kaum vorzufinden sind. Eine Notwendigkeit für zwangsbelüftete Stallungen stellt daher die Installation von Kühlmöglichkeiten der Zu- oder Stallluft dar. Im Folgenden werden zwei Zuchtsauenställe sowie deren Zuluftsysteme miteinander verglichen, um Mängel in der Stallklimagestaltung bzw. positive Lösungen der Zuluftführung aufzuzeigen.

Porendecke oder Zuluftdecke?
Hinter einer Porendecke steckt ein einfaches, leicht durchschaubares Lüftungskonzept. Der Betrieb ist bei entsprechender Auslegung im Winter und in der Übergangsjahreszeit auch mit Schwerkraft möglich. Die Zulufteinbringung durch die Decke führt zu einer sehr gleichmäßigen Temperaturverteilung im Stall.
Die Vorteile einer Zuluftdecke sind eine gute Luftverteilung bei geringer Temperaturdifferenz zwischen außen und innen, weiters ergibt sich ein arbeitssparendes Verfahren im Sanierungsfall. Im Gegensatz zur herkömmlichen Porendecke (Holzwolleplatte + Dämmstoff) ist die Reinigung zum Teil mit dem Hochdruckreiniger möglich. Ein Nachteil ist der höhere Anschaffungspreis für die Lochplatten. Im Winter muss die Zuluft vorgewärmt werden, da es bei zu großen Temperaturunterschieden zu Kondensationsproblemen kommen kann.

Fazit
Hinsichtlich der Lüftung von Sauenställen gibt es klare Empfehlungen, da die Luftverteilung im Stall und die Luftgeschwindigkeit im Tierbereich vor allem von der Zuluftführung und damit vom Zuluftsystem abhängen. Von einigen Ausnahmen abgesehen können heute vor allem die Systeme Porendecke und die Futterganglüftung (Ober- und Unterflur) empfohlen werden, wobei das Hauptaugenmerk auf der Auswahl günstiger Zuluftpunkte (Nord-/Südseite) sowie der Einplanung von Kühl- bzw. Heizmöglichkeiten einhergehend mit einer intelligenten Regelung der gesamten Lüftungsanlage (Einhaltung der Optimalwerte) liegen soll.

Autoren: Ing. Irene MÖSENBACHER-MOLTERER, Ing. Eduard ZENTNER und Sigrid SUCHANEK, LFZ Raumberg – Gumpenstein


Aktualisiert am: 09.12.2008 15:08
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