Phosphorversorgung beim Grünland

Phosphor ist ein wichtiges Element in der Versorgung der Pflanzen, Tiere und Menschen. Aktuell sind die P-Werte der Böden dramatisch niedrig, eine Aufdüngung ist vielerorts dringend nötig.
Der Phosphorgehalt auf den österreichischen Grünlandböden befindet sich auf rund 90 % im niedrigen und damit unterversorgten Bereich.
Der Phosphorgehalt auf den österreichischen Grünlandböden befindet sich auf rund 90 % im niedrigen und damit unterversorgten Bereich.
Fällt der Phosphorgehalt in den Böden der Wiesen und Weiden ab, nehmen die Pflanzen davon zu wenig auf, es entsteht eine Mangelsituation, die Erträge und die Phosphorgehalte im Futter gehen zurück und Kleearten können dadurch aus dem Bestand ausscheiden. In den Grünlandbetrieben wird der Phosphor über Mist, Kompost und Gülle im Kreislauf geführt, wobei über Milch und Fleisch doch bis zu 15 % aus dem Betrieb exportiert werden können. Bei Hochleistungsbetrieben mit Kraftfutterimporten entsteht ein Phosphoreintrag. Betrachten wir die Phosphorsituation in den Grünlandböden, so sind gerade die extensiveren und mittleren Betriebe von einer Unterversorgung mit Phosphor betroffen – natürlich hängt dies immer mit der Phosphor-Düngung in den letzten Jahrzehnten zusammen.

Fazit für die Praxis
Die Phosphorversorgung der Grünlandböden ist auf 90 % der Flächen mangelhaft. Es sollte, sofern die Bodenwerte nicht bekannt sind, dringend eine Bodenuntersuchung (AGES-Wien) dahingehend durchgeführt werden. Liegen die P-Werte im „niedrigen“ Bereich, so sollte eine zwei- bis vierjährige P-Schaukeldüngung mit 200 kg/ha Hyperphosphat auf „sauren“ Standorten und mit 300 kg/ha Superphosphat auf „alkalischen“ Flächen vorgenommen werden. Biobetriebe haben auf alkalischen Wiesen und Weiden zurzeit keinen wirkungsvollen mineralischen P-Dünger zur Verfügung. Liegen die Bodenwerte bei Phosphat über 10 mg/100 g oder über 26 mg P/1000 g Feinboden, so kann mit einer kreislaufbezogenen Ausbringung der Wirtschaftsdünger das Auslangen gefunden werden. Hochleistungsbetriebe mit einem steigenden Kraftfutterimport in den Kreislauf bringen dadurch viel Phosphor auf die Flächen – dies soll bedacht und in der Düngerpraxis berücksichtigt werden.

Autor: Univ.-Doz. Dr. Karl BUCHGRABER, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 23.02.2007 11:58

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