Pflege: Ist sie daheim noch zeitgemäß?

In den Medien wird er schon seit dem Wahlkampf heftig diskutiert: Der Pflegenotstand. Denn mit der längeren Lebensdauer steigt auch die Anzahl der Pflegebedürftigen. Wir haben mit Menschen gesprochen, die sich für die Pflege daheim entschieden haben.
Mehr als 37.000 Personen sind Pflegegeldbezieher bei der SVB.
Mehr als 37.000 Personen sind Pflegegeldbezieher bei der SVB.
Mit der längeren Lebensdauer steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen. Denn pflegebedürftig zu sein, ist keine Ausnahmeerscheinung mehr. Jede einzelne Situation ist individuell verschieden, weil auch die Gesundheits-, Lebens- und Familiensituation unterschiedlich ist.
Früher dauerten die Pflegeeinsätze oft nur mehrere Monate. Der medizinische Fortschritt lässt sie heute nicht selten über Jahre und Jahrzehnte erstrecken. Die Bereitschaft, einen hilfsbedürftigen Angehörigen zu pflegen und zu versorgen, ist nach wie vor groß. Im bäuerlichen Bereich werden ca. 94 % zuhause gepflegt. Doch die familiären Strukturen haben sich verändert. Die Familien sind kleiner und die erwachsenen Mitglieder sind zum Teil außer Haus tätig.
Die größte Last tragen aber nach wie vor die Frauen. Sie leisten enorme und unbezahlte Arbeit, die sich unsere Gesellschaft niemals leisten könnte.

Große Herausforderung
Die Pflege daheim ist für alle eine große Herausforderung. Gerade die pflegenden Angehörigen brauchen professionelle Auskünfte, den Erfahrungsaustausch und Kontaktmöglichkeiten. Viele Pflegende erleiden auch selber körperliche Schäden. Meistens stellt sich die Frage des Pflegebedarfs im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes. Dieser kann vorhersehbar oder überraschend eintreten und hier sind die Angehörigen gezwungen, innerhalb von Tagen eine Lösung für die weitere Betreuung zu finden. Die Frage, ob der Pflegling in vertrauter Umgebung betreut wird, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
· Grad der Pflegebedürftigkeit
· Zeit für die Pflege
· Anzahl der zu verfügenden Personen
· Art und Ausmaß der professionellen mobilen Pflege
· Finanzielle Situation der Familie
· Auch: die Entscheidung des Betroffenen selbst

Wie die Entscheidung auch ausfällt, es muss die ganze Familie mit einbezogen werden, denn es verändert sich die gesamte Lebenssituation. Zur Entlassung aus dem Krankenhaus stellen sich schon folgende Fragen:

  • Wissen Sie, wie die Betreuung und Verabreichung von Medikamenten aussieht?
  • Haben Sie um Gewährung/Erhöhung des Pflegegeldes angesucht?
  • Welche Hilfsmittel benötigen Sie (Rollstuhl, Krankenbett usw.)?
  • Haben Sie mit dem behandelten Hausarzt darüber gesprochen?
  • Wissen Sie, welche mobilen Dienste zur Unterstützung der Pflege zur Verfügung stehen?
  • Falls Sie die Berufstätigkeit reduziert wird, haben Sie sich über die sozialversicherungsrechtliche Absicherung erkundigt?
  • Haben Sie sich schon erkundigt, wo es in Ihrer Gegend Kursangebote für Pflegende Angehörige gibt?


Landwirt-Tipp:
Für eine telefonische Beratung steht Ihnen das Pflegetelefon für kostenlose Österreich weite persönliche Beratung unter der Telefonnummer 0800/ 20 16 22 zur Verfügung.

Autorin: Angelika KONRAD, St. Peter Freienstein


Aktualisiert am: 07.08.2007 16:48

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