Pflege: Erleichterungen bei der pensionsrechtlichen Absicherung

Menschen, die einen Angehörigen mit mindestens Pflegegeldstufe 3 in der häuslichen Umgebung pflegen, können sich ab 01.08.2009 pensionsrechtlich absichern.
Der Bund ermöglicht nun eine beitragsfreie Pensionsversicherung für Pflegende.
Der Bund ermöglicht nun eine beitragsfreie Pensionsversicherung für Pflegende.
Der Bund übernimmt für diesen Personenkreis die Beiträge zur Gänze und zeitlich unbegrenzt. Bisher war dies erst ab Pflegegeldstufe 5 und nur für maximal vier Jahre möglich. "Damit werden die großartigen Leistungen der pflegenden Angehörigen auch in der Öffentlichkeit entsprechend anerkannt", ist der Vizepräsident der LK Oberösterreich, Franz Reisecker, erfreut. "Gerade im bäuerlichen Bereich erfolgt dies fast ausschließlich im Familienverband, was für die Bäuerinnen eine massive Belastung bedeutet. Nun haben sie keine sozialrechtlichen Nachteile mehr."

Zwei Möglichkeiten
Der Pflegende kann jene Pensionsversicherungsanstalt beibehalten, wo er bisher pflichtversichert war und wo er den Vertrag durch die Übernahme der Pflegetätigkeit auflösen muss. Seine künftigen Pensionsbeiträge werden vom Bund nach der bisherigen Beitragsgrundlage geleistet. Oder er wählt den Weg der Selbstversicherung nach einem entsprechenden Modell der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter und Angestellten. Diese kann neben der Berufstätigkeit mit aufrechter Pensionsversicherung abgeschlossen werden. Voraussetzung für die Selbstversicherung ist der Nachweis, dass die Arbeitskraft durch die Pflege erheblich beansprucht wird, was erfordert, dass die berufliche Tätigkeit auf maximal 30 Wochenarbeitsstunden reduziert wird. Die Beitragsgrundlage beträgt in diesem Fall EUR 1.493,04 monatlich. (AIZ)


Aktualisiert am: 01.08.2009 15:02
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