Pflanzenschutz in Sojabohne

Die Sojabohne wird eine immer interessantere Kultur. Im Bereich Pflanzenschutz ist die Unkrautbekämpfung entscheidend für den Anbauerfolg. Krankheiten und Schädlinge spielen eine untergeordnete Rolle.
Der Distelfalter überwintert in Nordafrika und fliegt zu uns über die Alpen. Seine Raupen können einen Bestand relativ rasch kahl fressen.
Der Distelfalter überwintert in Nordafrika und fliegt zu uns über die Alpen. Seine Raupen können einen Bestand relativ rasch kahl fressen.
Zur chemischen Bekämpfung von Unkräutern in Sojabohne sind wenige Produkte zugelassen. Der Einsatz dieser Mittel muss sehr gezielt und zum optimalen Termin erfolgen. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, sind bei Vorauflaufverfahren die Bodenfeuchte und die Kulturverträglichkeit besonders zu beachten. Bei einer Behandlung nach dem Auflaufen der Kultur bestimmen die Unkrautgröße sowie die Witterung vor und nach der Ausbringung über den Erfolg. Vorbeugende Maßnahmen sind neben mechanischen Methoden ebenfalls mit einzubeziehen.

Überlegungen vor dem Anbau
Beim Anbau von Soja im Mulchsaatverfahren muss ebenso wie bei Mais entschieden werden, ob die vorhandenen Unkräuter im Zuge der Saatbettvorbereitung in den Griff zu bekommen sind oder ob ein Abwelken mit registrierten glyphosatehältigen Pflanzenschutzmitteln notwendig ist. Weiters muss die Verunkrautung des Schlages bekannt sein. Die Leitunkräuter sind Klettenlabkraut, Gänsefußarten (Melde), Kamille, Amaranth, Schwarzer Nachtschatten und Hirsen. Gegen Wurzelunkräuter wie Distel, Ackerwinden und Ampfer haben Vorauflaufprodukte keine oder Harmony SX und Basagran im Nachauflauf nur eine eingeschränkte Wirkung.

Schädlinge und Krankheiten
Bisher gab es mit Krankheiten und Schädlingen relativ wenige Probleme. Letztes Jahr war erstmals ein größeres Auftreten der Raupe des Distelfalters zu verzeichnen. In manchen Regionen führte das zu einem fast vollständigen Verlust des Blattapparates. Per Ausnahmegenehmigung konnte Decis zur Behandlung verwendet werden. In der Jugendphase können in Regionen, wo wenig Sojabohne angebaut wird, Tauben den Keimling und Hasen und Rehe die jungen Blätter abfressen. Eine Verstänkerung von Haarwild ist mit 2,0 l Aminosol/ha (3 Tage vorher in 2 l Wasser ansetzen) möglich.
Auch Sojabohne ist in unserer niederschlagsreichen Breiten nicht völlig selbstverträglich. Sklerotinia-Weißstängeligkeit kann wie 2009 durchaus zu einem Problem werden. Die beste Abhilfe ist eine weitgestellte vierjährige Fruchtfolge (auch zu anderen sklerotiniaanfälligen Kulturen wie Raps, Kohlgewächsen, Sonnenblume, etc.). Weitere immer wieder auftretende, aber kaum ertragsbeeinflussende Krankheiten sind z.B. der Falsche Mehltau (gelbe Flecke blattoberseits, gräulich-rosa Pilzbelag blattunterseits), Bakterienflecken (gelbe bis braune Flecken blattoberseits, braun-glänzende Flecken blattunterseits) und vereinzelt Virosen. Im Jahr 2009 traten zusätzlich Wurzelerkrankungen (u.a. Fusarium) auf.

Autor: DI Hubert KÖPPL, LK Oberösterreich


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Aktualisiert am: 08.03.2010 13:50
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