Pflanzenöl als Treibstoff

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Firma Waldland, Ing. Gerhard Zinner, und dem deutschen Pflanzenölexperten im Bereich der Motorenentwicklung, Dr. Thomas Kaiser, hat Umweltlandesrat Josef Plank heute in Oberwaltenreith ein europaweit einzigartiges NÖ-Patent zur Verwendung von Pflanzenöl als Treibstoff vorgestellt.
Politik und Wirtschaft fördern den Einsatz von Pflanzenölen als Kraftstoff. Auf dem Foto v.l.n.r.: LR DI Josef Plank, Dr. Thomas Kaiser und Ing. Gerhard Zinner.
Politik und Wirtschaft fördern den Einsatz von Pflanzenölen als Kraftstoff. Auf dem Foto v.l.n.r.: LR DI Josef Plank, Dr. Thomas Kaiser und Ing. Gerhard Zinner.
Plank betonte: „Im Rahmen unseres Energiemodells NÖ ist neben dem Einsatz von erneuerbaren Energieträgern auch die Verwendung von alternativen Treibstoffen ein wichtiges Thema. Somit sind auch kleinregionale Lösungen interessant, weil sie ein weiteres Standbein für die Landwirtschaft bieten, umweltfreundlich sind und letztlich auch zur Versorgungsunabhängigkeit beitragen“. Weiters hat Plank auf die erst in jüngster Zeit vom Land NÖ beschlossene Förderung von Alternativantrieben bei Auto hingewiesen. So werden alternativ betriebene Autos 2008 mit 700 Euro pro Fahrzeug gefördert, für 1.000 Fahrzeuge stehen die Mittel bereit. Zu den alternativen Treibstoffen zählen Erdgas, Biogas, Hybridantrieb, Bioethanol, Biodiesel und Elektroantrieb. Der Landesenergieversorger EVN schießt zusätzlich 100 Euro zu, die OMV stellt für die ersten Erdgas-Antragsteller Gutscheine für einen ÖAMTC Fahrtechnikkurs zur Verfügung.

Pflanzenöl in den Tank
Die Firma Waldland hat ein spezielles hochwirksames Verfahren zur Herstellung von treibstofftauglichem Pflanzenöl entwickelt. Das Verfahren ist auf kalt gepresstes Rapsöl abgestimmt. Es soll künftig auch für andere Öle anwendbar sein. Erste positive Versuchsergebnisse liegen bereit vor.
„Mit diesem Verfahren erzeugen wir optimale Treibstoffqualität für umgerüstete Motoren der neuen Generation. Es sind keine Chemikalien notwendig und es fallen auch keine Entsorgungskosten an. Der Energieaufwand ist niedrig, weil bereits vorhandene Technik genutzt wird. Es handelt sich dabei um 100 % Speiseölqualität ohne Einschränkung der Genusstauglichkeit. Und: Die Reste können als Futtermittel verwendet werden“, beschreibt Gerhard Zinner die Vorteile dieses europaweit einzigartigen Verfahrens.
Thomas Kaiser berichtete, dass „die Industrie gerade diese Normen im Motorenbereich fordere“ und „die Firma Waldland mit ihrem Patent goldrichtig liege – sowohl von der Technik, als auch vom Zeitpunkt her“. Schon seit über einem Jahr wird der Pflanzenöltreibstoff, hergestellt auf Basis dieses Patents, etwa in den Versuchsmotoren von John Deere verwendet.
Die Firma Öl- und Bioenergie GmbH. (OBE), ein Unternehmen der Waldland-Gruppe, mit Sitz in Oberwaltenreith, bietet dieses System an. Gemeinsam mit dem Kunden wird Ausstattung und Ausrüstung von der Firma OBE auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmt. Die Kunden werden über einen Zeitraum von 2 Jahren laufend beraten, sowohl im Hinblick auf Anbau und Behandlung des Rohstoffes, als auch hinsichtlich der technischen Bedingungen der Anlage selbst.


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Aktualisiert am: 05.03.2008 09:23
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