Pflanzenöl als Kraftstoff

Die FJ-BLT Wieselburg und die Agrar Plus GmbH in St. Pölten haben über mehrere Jahre umgerüstete Pflanzenöltraktoren in der Praxis untersucht. Erste Ergebnisse haben wir bereits in der Ausgabe 02/2008 veröffentlicht. In dieser Artikelserie wollen wir nun Teilaspekt näher betrachten.
Die heutzutage in Traktoren verbauten Motoren sind auf den Betrieb von Dieselkraftstoff optimiert. Der Einsatz von Pflanzenöl mit stark abweichenden Eigenschaften wird durch die technische Umrüstung ermöglicht.
Die heutzutage in Traktoren verbauten Motoren sind auf den Betrieb von Dieselkraftstoff optimiert. Der Einsatz von Pflanzenöl mit stark abweichenden Eigenschaften wird durch die technische Umrüstung ermöglicht.
Bei hohen Preisen von fossilen Kraftstoffen wird der Ruf nach Alternativen laut. Eine Möglichkeit, die nicht neu ist aber immer wieder geboren wird, ist die direkte Nutzung von Pflanzenöl als Kraftstoff in Dieselmotoren. Im Rahmen dieses über mehrere Jahre mit Praxistraktoren durchgeführten Projekts wurde eine Fülle von Daten erhoben, die eine firmenunabhängige Beurteilung der Praxistauglichkeit der Umrüstlösungen ermöglichen soll. Die Projektorganisation und die Unterstützung der Landwirte bei der Förderabwicklung wurde von der Agrar Plus GmbH in St. Pölten wahrgenommen. Der FJ-BLT oblag die wissenschaftliche Betreuung, Analysendurchführung und technische Prüfung und Beurteilung der Traktoren.

Phosphorgehalt
Die Untersuchungsergebnisse des Phosphorgehaltes lagen durchgehend unter dem in der österreichischen Kraftstoffverordnung fixierten Grenzwert von 15 mg/kg. Mit der installierten Pressen- und Filtrationstechnologie sind jedoch kaum Werte unter 5 mg/kg zu erreichen. Eine wie von den Motorenherstellern geforderte Verschärfung dieses Grenzwertes wird in den nächsten Jahren bei den dezentralen Ölmühlen zu einer Kostenerhöhung für Nachbehandlungs- bzw. Raffinationsverfahren führen.

Empfehlungen für die Praxis
Eine hohe Kraftstoffqualität ist die Voraussetzung für einen ungestörten Fahrzeugbetrieb mit Pflanzenöl. Eine hohe einmal erzielte Qualität ist kein Garant. Die Basis wird bereits auf dem Feld gelegt. Die Ölsaat soll ausgereift sein und muss, sofern der Wassergehalt bei der Ernte über 8 – 9 % liegt, vor der Einlagerung nachgetrocknet werden.
Die Kraftstoffqualität muss vom Ölerzeuger regelmäßig kontrolliert werden. Sofern in der Ölmühle zwei große Öllagerbehälter wechselweise befüllt werden, wird vor dem Verkauf eine Untersuchung der Parameter Säurezahl, Gesamtverschmutzung, Wassergehalt und Gehalt an Asche bildenden Elementen empfohlen. Um bei Reklamationen nicht in Argumentationsnotstand zu geraten, sind dokumentierte und versiegelte Rückstellproben, die während der Abholung/Auslieferung gezogen werden, über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten zu lagern.
Im Rahmen dieses Projekts wurde die Liste der Analysemethoden für Pflanzenölkraftstoff im FJ-BLT Labor stark erweitert. Die im Projekt bei einer großen Probenzahl gewonnene Routine steht auch externen Auftraggebern zur Verfügung.

Autoren: DI Josef RATHBAUER, Ing. Rudolf ZELLER, Ing. Kurt KRAMMER; FJ-BLT Wieselburg


Aktualisiert am: 20.08.2009 14:32
Landwirt.com Händler Landwirt.com User