Pferdekrankheiten: Spat

Spat ist eine der häufigsten und am meisten gefürchteten Gelenkserkrankungen bei Pferden. Es handelt sich dabei um eine Entzündung im Bereich der Knochen, der Knochenhaut, der Spatsehne und des zugehörigen Schleimbeutels im Sprunggelenk. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einem Gelenksverschleiß (Arthrose).
Erste Anzeichen
Spat ist eine schleichende degenerative Krankheit. Ein Verdachtsmoment ist, wenn das Pferd zu Beginn der Bewegung steif wirkt und sich das Gangbild erst nach einiger Zeit normalisiert. Das Pferd „schlurft“ und neigt zum Stolpern.

Ursache
Besonders anfällig sind Pferde, die einer ständigen extremen Belastung in den Gelenken ausgesetzt sind.

Überlastung vermeiden
Neben der Fütterung ist eine schonende, altersgerechte Belastung von großer Bedeutung um Schäden an Knochen und Gelenken zu verhindern. Leider gibt es immer viele, die meinen ein Pferd müsse bereits mit zwei Jahren eingefahren und/oder angeritten sein. Ein Pferd braucht Zeit um sich körperlich und geistig an die geforderten Belastungen zu gewöhnen und ihnen entsprechen zu können. Genauso wichtig ist es aber auch Verletzungen stets gut auszukurieren.
Fehlstellungen der Hufe sollten möglichst früh korrigiert werden, um die physiologische Belastung der Gelenke zu erhalten. Dies wird auch durch ausreichend Bewegung garantiert.

„Spat-/ oder Beugeprobe“
Da wird das betroffene Gelenk 1-2 Minuten stark gebeugt und das Pferd sogleich im Trab weggeführt. Die Probe gilt als positiv, wenn es die ersten Schritte auf dem gebeugten Bein lahmt. Zur genauen Lokalisation der Lahmheit werden vom Huf beginnend aufwärts unterschiedliche Beinabschnitte lokal betäubt.

Behandlung
Die Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Beim akuten Schub geht es vorrangig die Schmerzen und die Entzündung zu lindern. Klinische Zeichen sind starke Lahmheit, Schmerzen und ein geschwollenes, meist vermehrt warmes Gelenk. Im Frühstadium zeigt das Pferd einen klammen Gang, die Gelenkspalten sind aber noch nicht durch Exostosen eingeengt. Therapieziel ist hier die Entzündungshemmung und den bereits geschädigten Gelenksknorpel optimal zu versorgen.
Im Spätstadium ist der Gelenksknorpel bereits weitgehend zerstört und die Gelenke beginnen zu verknöchern. Hier steht die Schmerzausschaltung an oberster Stelle, gefolgt von Bemühungen die Versteifung des Gelenkes durch durchblutungsfördernde Einreibungen, Wärmetherapie, bzw. auch operativ zu beschleunigen. Besonders wichtig ist hier die Innenseite des Sprunggelenkes durch einen speziellen Beschlag zu entlasten.

Was man selbst tun kann (Immer in Absprache mit dem Tierarzt!)
  • Ausgewogene gesunde Ernährung ohne zucker-/ und kleberhaltige Futtermittel, da deren Abbauprodukte sich vor allem in den Gelenken ablagern. Regelmäßig Obst- und Gemüsegaben und täglich 4-5 EL Apfelessig (5%) über das Futter. unterstützen die Verdauung.
  • In der akuten Phase bewährt sich Ingwer mit seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung. Erste Erfolge sind bereits nach einigen Tagen zu bemerken.
  • Teufelskralle muss über mindestens 2 Wochen in einer Tagesdosis von 20g verabreicht werden, um ihre entzündungshemmende und knorpelschonende Wirkung zu entfalten.
  • Weidenrinde wirkt aufgrund der in ihr enthaltenen Salizylsäure (ähnlich dem Wirkstoff von Aspirin) schmerzlindernd und entzündungshemmend und sollte in einer Tagesdosis von 20g verfüttert werden.
  • Während eines akuten Schubes verschafft ein Angußverband mit einigen Tropfen Crab Apple, Beinwell-/ und Arnikatinktur dem Pferd Linderung.
  • Auch Umschläge mit Topfen sorgen für Kühlung und Entzündungshemmung.
  • Ein Krautwickel kühlt erst, erwärmt sich dann und gibt diese Wärme wieder an das Pferdebein ab. Nach maximal 8 Stunden muss er jedoch abgenommen werden.



Aktualisiert am: 30.09.2014 11:18
Schlurfender, stolpernder Gang sind erste Anzeichen für eine Spat-Erkrankung.
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