PartnerKraft Jugendstudie: Jugend will neue Lastenverteilung

Die aktuelle Untersuchung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich zeigt, wie ernst Jugendliche die Partnerwahl nehmen. Die Rollen von Frau und Mann verändern sich. Die eigenen Vorstellungen der Aufgabenverteilung werden dabei von Geschlecht und Erfahrungen im Elternhaus beeinflusst.
Jugendliche im bäuerlichen Milieu haben bereits sehr realistische Vorstellungen von ihrer eigenen Zukunft.
Jugendliche im bäuerlichen Milieu haben bereits sehr realistische Vorstellungen von ihrer eigenen Zukunft.
"Jugendliche im bäuerlichen Milieu haben bereits sehr realistische Vorstellungen von ihrer eigenen Zukunft: in einer Partnerschaft reicht Liebe nicht aus. Auch der Alltag muss gemeinsam gemeistert werden, es gibt viel zu tun, man teilt nicht nur den Feierabend, sondern auch den Arbeitsalltag. Und vor Konflikten mit den Eltern oder Schwiegereltern hat man auch ein wenig Angst", fasst Christine Geserick, Studienleiterin des Österreichischen Institutes für Familienforschung der Universität Wien (ÖIF), die wesentlichen Punkte zusammen.

Erfahrungen und Vorstellungen in nichtbäuerlichen Haushalten
Um die Einstellungen bäuerlicher und nichtbäuerlicher Jugendlicher gegenüberzustellen, griff das ÖIF die Aufgabenbereiche Haushaltsführung, Kinderbetreuung und Pflegetätigkeiten heraus und stellte folgendes fest: In einem bäuerlich geprägten Elternhaus übernimmt die Mutter weitaus größere Arbeitsanteile allein, besonders deutlich wird das bei den Haushaltstätigkeiten: Wenn die Eltern einen Hof führen, geben 89% der Befragten an, dass ihre Mutter allein für den Haushalt zuständig sei; hingegen sind das "nur" 73% der Befragten aus nichtbäuerlichen Familien. Ähnlich verhält es sich bei Kinderbetreuungs- und Pflegetätigkeiten. Und nirgends übernimmt der Vater allein eine maßgebliche Verantwortung in diesen traditionell weiblichen Aufgabenfeldern.

Im Hinblick auf die eigene zukünftige Partnerschaft unterscheiden sich die Vorstellungen zwischen bäuerlichen und nichtbäuerlichen Jugendlichen sehr stark: Knapp zwei Drittel (65%) der Jugendlichen mit bäuerlichem Hintergrund wünschen sich, dass die Frau den Haushalt alleine übernimmt, bei den anderen sind es 44%. In den anderen Bereichen (Kinderbetreuung, Pflege kranker Angehöriger) unterscheiden sich die Jugendlichen wenig.

Was brauchen Frauen und Männer für eine gute Partnerschaft?
"Verständnis haben" für den Partner oder die Partnerin ist nach Meinung der Befragten die wichtigste Grundlage einer guten Partnerschaft. Für Männer sind betriebliche Themen ("Für die Zukunft des Hofes klare Ziele haben" und "Darauf hinarbeiten, dass der Hof jedenfalls auch in der nächsten Generation in der Familie bleibt") sehr wichtige Grundlagen für ihre Partnerschaft. Für Frauen sind "Zeit für gemeinsame Gespräche "und das gemeinsame Aushandeln von Aufgaben wesentlich. Für Männer wie Frauen ist außerdem festzuhalten: Sie haben ein großes Bewusstsein dafür, dass die gemeinsame Arbeit am Hof und das gemeinsame Wirtschaften ihre Partnerschaftszufriedenheit beeinflussen kann - und zwar positiv wie negativ: Es kann zusammenschweißen, und es kann Konflikte aufwerfen. Ebenso erkennen die Jugendlichen, dass ein gutes Verhältnis zu den (Schwieger)-eltern positiv auf ihre Partnerschaft wirken kann.

Über die PartnerKraft Jugendstudie
Im Rahmen der PartnerKraft Jugendstudie wurden rund 600 Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen und Höheren Bundeslehranstalten für Land- und Forstwirtschaft in Niederösterreich im Alter von 16 bis 18 Jahren zu ihren Vorstellungen von Partnerschaft befragt. Die Auswertung erfolgte über das Österreichische Institut für Familienforschung der Universität Wien (ÖIF).

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Aktualisiert am: 24.08.2009 16:16
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