PRRS: Kontrolle und Eradikation

Das Porzine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) stellt derzeit eine der wirtschaftlich bedeutendsten Schweinekrankheiten weltweit dar. Die wirtschaftlichen Schäden dieser Erkrankung äußern sich vor allem in einer verminderten Fruchtbarkeitsleistung, in einem vermehrten Auftreten von Aborten und Pneumonien nach dem Absetzen.
Erkrankte Mastschweine weisen oft unreine, rote Augen auf.
Erkrankte Mastschweine weisen oft unreine, rote Augen auf.
Die daraus resultierenden finanziellen Einbußen schlagen sich in einer schlechteren Produktionsleistung (abgesetzte Ferkel pro Sau pro Jahr, tägliche Lebendmassezunahme, erhöhter Futterverwertung, durchschnittliche Mastdauer) und einem erhöhten Einsatz von Medikamenten zur Behandlung sekundär, bakteriell bedingter Erkrankungen nieder. Beziffert werden diese wirtschaftlichen Verluste mit € 7,4 - 15 pro vermarktbarem Ferkel und Jahr. Addiert man die finanziellen Mehrbelastungen in einer Sauenherde, so lässt sich diese Zahl mit € 255 pro Sau/Jahr beziffern.

Da es sich beim PRRS um eine virusbedingte Erkrankung handelt, ist eine medikamentelle Behandlung der Krankheit nicht möglich. Die Anwendung von Schutzimpfungen (sowohl Lebend- als auch Totimpfstoffe) alleine haben gezeigt, dass sich zwar das klinische Ausmaß einer PRRS Infektion verbessern lässt, allerdings der Status „PRRS-frei“ nicht bzw. nur in Ausnahmefällen erreicht werden kann.

Bevor man an eine PRRS Sanierung startet, müssen vorab einige Voraussetzungen erfüllt sein, die ein derartiges Vorhaben rechtfertigen:
·Ein kalkulierbares geringes Risiko einer Re-Infektion.
·Betriebliche Voraussetzungen (Betriebsstruktur, Produktionsrhythmus, stallbauliche Einrichtungen, Rein/Raus Verfahren, Quarantäne, …)
·Finanzielle Voraussetzungen (Kosten für tierärztliche Leistung und Diagnostik, Merzung von Tieren)
·Personelle Voraussetzungen (persönliches Engagement und Motivation, Identifizierung mit dem Sanierungsziel)
·Vorteile bei der Vermarktung PRRS negativer Tiere (primäres Interesse für Eberzüchter, Jungsauenproduzenten, Erschließung neuer Märkte, Exportmöglichkeiten)
·Erhebung des PRRS Status mittels umfangreicher diagnostischer Untersuchungen.

Autor: Dr. Thomas VOGLMAYR, Traunkreis Vet Clinic, Ried


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Aktualisiert am: 17.03.2006 10:33
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