Ozeanische Milchwirtschaft wächst etwas langsamer

Das US-Landwirtschaftsministerium nimmt seine Prognose zur diesjährigen Milcherzeugung in Neuseeland aktuell um 600 000 t zurück. Auch in Australien dürfte das Aufkommen hinter der früheren Erwartung bleiben. In der EU-27 nimmt die Milchmenge um gut 1 % zu.
Die Milchproduktion in Neuseeland hat nach der Trockenheit zum Jahresauftakt 2010 noch nicht wieder ganz so schnell an Schwung gewonnen.
Die Milchproduktion in Neuseeland hat nach der Trockenheit zum Jahresauftakt 2010 noch nicht wieder ganz so schnell an Schwung gewonnen.
Die Milchwirtschaft in Ozeanien steht aktuell vor einer deutlichen Steigerung der Produktion, wobei diese allerdings schwächer ausfallen dürfte als noch zum Jahresende 2010 erwartet worden war. Dies gilt besonders für Neuseeland, wo die Milchproduktion nach der Trockenheit zum Jahresauftakt 2010 noch nicht wieder ganz so schnell an Schwung gewonnen hat. Auf diese Entwicklung reagierte das US-Landwirtschaftsministerium in seinem aktuellen Halbjahresbericht zum Welt-Milchmarkt, in dem es seine bisherige Prognose für das in Neuseeland für 2011 erwartete Milchaufkommen um mehr als 600 000 t nach unten korrigierte. Allerdings soll die neuseeländische Milcherzeugung gegenüber dem jetzt auf 17,2 Mio t veranschlagten Aufkommen des Vorjahres noch um gut 5 % auf 18,05 Mio t wachsen. Auch in Australien herrschen derzeit günstige Bedingungen für die Milcherzeuger. Umfassende Regenfälle haben die Bewässerungssysteme aufgefüllt und das Grünland sprießen lassen. Gebremst worden ist die Ausweitung der australischen Milchproduktion zuletzt durch die begrenzte Zahl an Milchkühen. Die Washingtoner Fachleute nahmen ihre Wachstumsprognose für die Milcherzeugung in Australien um 100 000 t zurück; vorausgesagt wird gegenwärtig eine Zunahme der dortigen Milchmenge gegenüber 2010 um etwa 3 % auf 9,6 Mio t.

Gut 1 % mehr Milch in der EU
Im Gegensatz zu den Vorhersagen für Ozeanien beurteilt das amerikanische Landwirtschaftsministerium die Entwicklung der europäischen Milcherzeugung jetzt positiver als Ende vorigen Jahres. Ihre Prognose zur Milchproduktion 2011 in der EU-27 hoben die Washingtoner Experten um 1,7 Mio t auf 136,6 Mio t an. Für 2011 leitet sich aus den Vorhersagen des US-Agrarressorts ein Plus von 1,4 % ab. Hohe Milchpreise stimulierten laut den Fachleuten derzeit die Erzeugung, obwohl der Milchkuhbestand leicht eingeschränkt worden sei. Im vergangenen Jahr wurden in den 27 Mitgliedsländern nach Angaben des US-Agrarressorts im Schnitt insgesamt 23,65 Millionen Milchkühe gehalten, rund 540 000 Stück weniger als 2009. Für 2011 wird nur mehr ein leichter Abbau der Milchkuhherden in der Gemeinschaft um gut 50 000 Tiere oder 0,2 % erwartet. Trotz des Anstiegs wird die EU-Milcherzeugung laut der Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums auch im laufenden Milchwirtschaftsjahr 2011/12 unter der Quote bleiben, die bekanntlich bis zu ihrer Abschaffung Ende März 2015 um jährlich 1 % aufgestockt wird.


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Aktualisiert am: 26.07.2011 14:18
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