Osnabrücker Schwarzbunt-Tage

Die diesjährigen Internationalen Osnabrücker Schwarzbunttage am 29. und 30. Jänner standen ganz im Zeichen des starken Wintereinbruchs, der Deutschland in fester Umklammerung hielt. Auf der Strecke blieben nicht nur viele potentielle Besucher, sondern auch Fototeams und Fachreporter. Denen, die gekommen waren, bot sich jedoch ein sehr gelungene Veranstaltung.
Eine Töchtergruppe des neuen Red Holstein Exterieur-Vererbers TOP RED wurde bei den Osnabrücker Schwarzbunt Tagen vorgeführt. (TopRed Tochter ANNA)
Eine Töchtergruppe des neuen Red Holstein Exterieur-Vererbers TOP RED wurde bei den Osnabrücker Schwarzbunt Tagen vorgeführt. (TopRed Tochter ANNA)
Auch wenn für einige Züchter die Anlieferung ihrer Tiere mehr als doppelt so lang dauerte wie in anderen Jahren, waren am Ende doch alle froh und glücklich, dass Tiere und Beschicker ohne Unfälle heil und gesund am Veranstaltungsort angekommen waren. Als der Vorstandsvorsitzender Herbert Dieckmann am Freitagabend (29.01.) den Züchterempfang eröffnete, konnte er bereits neben den gut 200 Züchtern auch viele in- und ausländische Gäste begrüßen. Im Verlaufe des Abends trafen zudem laufend weitere Besucher ein, die wegen der Eisglätte nur langsam und verspätet vorankamen. Trotz vieler Absagen hatten letztlich Gäste aus über 15 verschiedenen Ländern den Weg nach Osnabrück gefunden. Sie alle wurden durch eine sehr interessante und rundum gelungene Veranstaltung belohnt. Insgesamt konnten somit nahezu genau so viele Besucher (1500) wie im Vorjahr registriert werden.

Auftakt mit 3 starken Färsenklassen
Am Samstagmorgen begann pünktlich um 9 Uhr das Richten der ersten Färsenklasse. Die erste Klasse wurde angeführt von der großrahmigen, dunklen und äußerst stilvollen Douglas-Tochter Norma Jeane von Rottmann, die sich aufgrund von etwas mehr Milchtyp und Offenheit in der hinteren Rippe gegenüber der hellbunten, sehr ausbalancierten Shottle-Tochter Alice von Bunge durchsetzen konnte. Die 2. Richtklasse wurde von Liska, einem mit Ramos x Jumbo reinem Osnabrücker Zuchtprodukt der Milch & Holstein GbR. angeführt. IN der letzten Färsenklasse entschied sich der Richter mit der Derek-Tochter KJH Emma von der Klöcker-Jürgens GbR für die in puncto Korrektheit, Klarheit im Fundament und vor allem Festigkeit sowie Höhe und Breite des Hintereuters klar überlegene Färse. Bei der anschließenden Siegerauswahl wurde aufgrund von mehr Breite von der Vorhand bis hin zum Hintereuter und des etwa klarer definierten Zentralbandes KJH Emma als Siegerin und die noch sehr junge und frisch abgekalbte Norma Jeane zur Reservesiegerin gekürt.

Mittlere Kuhklasse
Die Kategorie der mittleren Kuhklassen mit Zweitkalbskühen sowie jungen Drittkalbskühen war in diesem Jahr besonders stark besetzt. Hier waren einige der Topfärsen der letztjährigen Schaukonkurrenz wieder vertreten, aber mussten sich auch mit vielen, bislang noch nicht auf größeren Schauen ausgestellten Top-Jungkühen messen. Für die Siegerauswahl ließ man hier die rotbunte Icetea, die kapitale dunkle Goldwin KHH Heidegold und die weiße KJH Indiana in die Mitte des Ringes ziehen. Bei der Siegerentscheidung bekannte der Preisrichter, dass für ihn mit der imponierenden KHH Heidegold von Reinermann die Siegerin bereits länger klar und eindeutig feststand. In der Abwägung für den Reservesieg gab er letztlich der weißen, super korrekten Derek Indiana von Klöcker-Jürgens aufgrund ihrer Jugendlichkeit und Korrektheit den Vorzug vor der breiteren, jungen Drittkalbskuh WIT Icetea.

Überragende Einzelkühe in den alten Kuhklassen
Die Konkurrenz der älteren Kuhklassen war im Vergleich zu vorhergehenden Schauen mit diesmal 4 statt 3 Klassen besonders stark besetzt. Obwohl der Preisrichter gleich von der jüngsten Klassensiegerin dieser Kategorie sehr angetan war, gab er letztlich doch aufgrund von mehr Beaderung im Euter sowie auch der klareren Definition des Zentralbandes der kapitalen Imera den Vorzug vor der äußerst korrekten jugendlichen und mit Top Fundament ausgestatteten KNS Darling.
Nach der Mittagspause wurden 6 interessante Nachzuchtgruppen präsentiert.

Top Genetik erstmals mit genomischen Zuchtwertinformationen
Den Auftakt der diesjährigen Osnabrücker Top Genetik-Auktion bildeten einige sehr gute abgekalbte Färsen aus bekannten Kuhfamilien. Diese bleiben letztlich überwiegend im OHG-Gebiet und Preissieger in dieser Kategorie wurde die hellbunte kapitale Duplex-Tochter aus der bekannten Bundessiegerkuh James Hedfield von Ballmann mit 4.600 €. Bei den Jungrindern lagen zum überwiegenden Teil genomische Untersuchungsergebnisse vor. Diese Informationen fanden von Seiten der Kaufinteressenten viel Beachtung. Das teuerste Verkaufstier wurde somit logischer Weise das Planet-Kalb Tabea aus der OMan-Tochter Tabitha, die aus der Juror Faith-Familie stammt, das durch den höchsten genomischen Zuchtwert von gRZG 133 überzeugte. Insgesamt erreichten die 18 verkauften Tiere einen Durchschnittspreis von 3.556 €, was zwar exakt 505 € unter dem Rekordergebnis des Vorjahres liegt, aber in Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Situation in den Milchviehbetrieben als sehr zufriedenstellend angesehen werden kann. Von den 18 Tieren gingen exakt 50 % ins Ausland und zwar nach Belgien, Österreich, Frankreich, in die Niederlande und die Schweiz.

Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage der OHG.

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Aktualisiert am: 07.02.2010 14:41
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