Original Braunvieh Züchter aus Vorarlberg

Familie Bär hat sich der Züchtung von Original Braunviehtieren verschrieben. Die Kühe geben zwar weniger Milch, sind aber besonders robust und auch im steilen Gelände trittsicher.
Die Kühe der Bärs werden gesömmert. D.h., die Kühe werden während der heißen Tageszeit in den Stall gebracht.
Die Kühe der Bärs werden gesömmert. D.h., die Kühe werden während der heißen Tageszeit in den Stall gebracht.
In der Vorarlberger Almwirtschaft ist das Sömmern selten geworden. Reinhard Bär hält an dieser alten Alptradition jedoch fest. Nicht nur die Almbeweidung betreffend, ist der 41-Jährige traditionsbewusst. Auch bei der Rassenauswahl hat sich der Milchbauer vor 20 Jahren dafür entschieden, Original Braunvieh zu züchten. Das Original Braunvieh hat seinen Ursprung in Vorarlberg. Durch Einkreuzungen wurde die Rasse jedoch immer weiter zurückgedrängt. Seit den 1990er-Jahren bemühen sich einige Bauern um die Erhaltung und Weiterzucht. Österreichweit gibt es ca. 200 Betriebe, hauptsächlich in Tirol und Vorarlberg, auf denen Original Braunvieh gehalten wird. Bär erklärt: „Als wir auf biologische Bewirtschaftung umgestiegen sind, haben wir gesehen, dass die Brown Swiss-Kuh nicht mehr mit unseren Anforderungen zurechtkommt. Wir brauchen eine Kuh, die robust ist und Grenzstandorte optimal nutzt.“ Vor allem auf die lange Nutzungsdauer seiner Tiere ist der Biobauer stolz. Die älteste Kuh in der Herde ist Flecki. Sie ist 17 Jahre alt und brachte bereits 14 Kälber zur Welt. Die Tiere von Bär bekommen neben Grundfutter nur Viehsalz, Kleie und Mineralstoffe. Auf Kraftfutter verzichtet die Familie bewusst. Da die Kühe mit durchschnittlich 550 kg eher leicht sind, verursachen sie kaum Trittschäden. Das ist vor allem auf steileren Flächen ein großer Vorteil.

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Die älteste Kuh in der Herde ist Flecki. Sie ist 17 Jahre alt und brachte bereits 14 Kälber zur Welt.
Die älteste Kuh in der Herde ist Flecki. Sie ist 17 Jahre alt und brachte bereits 14 Kälber zur Welt.
In der Vergangenheit betrieben die Bärs die im Bregenzerwald weit verbreitete Drei-Stufen-Wirtschaft. Die gesamte Familie verbrachte den Winter gemeinsam mit den Tieren am Heimbetrieb im Tal. Im Frühjahr wanderte der Betrieb auf die Vorsäß und dann nach einigen Wochen weiter auf die Alm. Nach dem Almabtrieb im September zog die Familie mit ihrem Vieh wieder ins Tal. „Mittlerweile sind aber die Anforderungen an den Lebensstil so gestiegen, dass es unmöglich ist, drei verschiedene Standorte bedarfsgerecht auszustatten“, erzählt Bär.

Mehr über den Betrieb Bär lesen Sie in Ausgabe 19/2015 im LANDWIRT.
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Bilder vom Betrieb finden Sie hier.

Aktualisiert am: 14.09.2015 16:23
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