Organisch gebundene Spurenelemente für die Schweineklaue

Spurenelemente spielen bei der Entwicklung einer gesunden, widerstandsfähigen Schweine-Klaue eine sehr wesentliche Rolle. Im Praxisversuch wurde bewertet, wie sich der Einsatz von organisch gebundenen Spurenelementen auswirkt.
Eine gesunde Schweineklaue ist wesentlich für gute Leistungen.
Eine gesunde Schweineklaue ist wesentlich für gute Leistungen.
Die Klaue, bzw. das Klauenhorn, entsteht durch die Keratinisierung von Hautzellen. Dieser Vorgang benötigt neben Nährstoffen und Energie auch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Mangan. Zink ist vor allem für die Festigung und Elastizität des Klauenhorns verantwortlich, wohingegen Mangan und Kupfer wichtige Funktionen in der Aufrechterhaltung der Knochendichte und der Horn- und Bindegewebsfestigkeit übernehmen. Vor allem Sauen mit großen Würfen haben sowohl durch den Ansatz der Ferkel in der Hochträchtigkeit als auch über die Milchleistung einen entsprechend hohen Bedarf an Spurenelementen. Sind die Spurenelemente in der Ration nicht optimal verfügbar, wird auf Körperreserven der Sau zurückgegriffen. In der Literatur wird beschrieben, dass der Spurenelementgehalt im Körper von Sauen nach dem dritten Wurf im Vergleich zu nicht trächtigen Sauen gleichen Alters um 6–15 % gefallen war. Dies kann sich negativ auf die Klauengesundheit von Sauen auswirken.

Bioverfügbarkeit beachten
Auf Basis dieser Erkenntnis scheint es zunächst relativ einfach, eine entsprechende Versorgung der Sauen über das Futter sicherzustellen. Allerdings sind bei der Zulage von Spurenelementen futtermittelrechtliche Höchstgehalte zu beachten, so dass der Verdaulichkeit und Verfügbarkeit der unterschiedlichen Spurenelementquellen besondere Bedeutung zufällt. Eine hohe Sicherheit in der Spurenelementverfügbarkeit bieten Glycinate. Glycinate sind Spurenelementverbindungen, die eine deutlich bessere Bioverfügbarkeit als anorganische Quellen besitzen. Die gesteigerte Verfügbarkeit senkt das Risiko einer physiologischen Unterversorgung, da bei gleicher Dosierung gegenüber anorganischen Verbindungen mehr essentielle Spurenelemente absorbiert und damit für physiologische Prozesse genutzt werden können. Risiken einer Unterversorgung mit Frucht barkeitsproblemen, Hauterkrankungen oder auch Klauenprobleme können vermindert werden.

Fütterungsversuch
Zur Unterstützung der Klauengesundheit bei leistungsstarken Sauen wurde ein Fütterungsversuch auf einem Praxisbetrieb durchgeführt. Zur handelsüblichen Ration wurden Zink, Kupfer und Mangan in Form von organisch gebundenen Spurenelementen zusätzlich verabreicht. Mit diesem „Top-Dressing“ wurde die Versorgung mit Spurenelementen optimiert, um Rückschlüsse auf die Klauengesundheit von Hochleistungssauen ziehen zu können. Das Hauptproblem lag in einem gehäuften Auftreten von Klauenerkrankungen. Deutliche Verbesserungen wurden
bei allen Parametern beobachtet. Zusätzlich wurden positive Auswirkungen auf die Langlebigkeit und Remontierungsrate der Sauen sichtbar.

Autoren: M.Sc.agr. Simone KAUTH und Dr. Friedrich MERTZ, Biochem, Lohne (D)

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Aktualisiert am: 25.02.2012 10:50
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