Orale Medikation bei Schweinen: Was ist zu beachten?

Medikamente mit der Spritze an kranke Schweine zu verabreichen ist eine relativ sichere Applikationsmethode. Allerdings bedeutet das sowohl für die Tiere in größeren Mastbuchten als auch für den Landwirt enormen Stress. Deshalb setzen immer mehr Schweinemastbetriebe auf den orale Medikamenteneinsatz über das Futter oder das Wasser.
Die Kritik an der oralen Medikamentierung setzt an folgenden Punkten an:

  • Mögliche Verschleppung von Medikamenten in Nachbarabteile, wo die Tiere nicht behandelt werden müssen bis hin zu Rückstandsproblemen bei Schlachtschweinen.
  • Gefahr unerwünschter Arzneimittelwechselwirkungen,
  • geringere Anwendersicherheit im Umgang mit Wirkstoffen,
  • möglicher Eintrag von Rückständen in die Umwelt (z.B. über die Gülle),
  • Dosierfehler bei Medikamentendosierern u.a.


Trockenfutter-, Trinkwasser-, und Flüssigfuttermedikation

Trinkwassermedikation: An Zapfentränken können die Wasserverluste bis zu 30 % betragen. Diesem Umstand muss bei der Dosierung der Arzneimittel Rechnung getragen werden.
Trinkwassermedikation: An Zapfentränken können die Wasserverluste bis zu 30 % betragen. Diesem Umstand muss bei der Dosierung der Arzneimittel Rechnung getragen werden.
Klar ist, dass das Arzneimittel beim Patienten „Tier“ ankommen und dass die Sicherheit der Medikamentenanwendung gewährleistet sein muss. Generell berichten die Tierärzte über gute therapeutische Erfolge bei dieser Art der Arzneimittelanwendung. Bei der oralen Medikation können die Arzneimittel auf drei Wegen bei den kranken Schweinen ankommen:

a) über die Trockenfuttermedikation,

b) über die Trinkwassermedikation oder

c) über die Flüssigfuttermedikation.

Prof. Dr. Steffen HOY und Markus WISSMANN, Justus-Liebig-Universität Gießen (D), haben eine Checkliste für die orale Medikamentierung im Schweinebereich erstellt. Die Kontrollpunkte dieser Checkliste basieren auf gesetzliche Vorgaben, der Literaturauswertung und der guten fachlichen Praxis. Das Grundprinzip besteht darin, dass systematisch alle Punkte vom Schweinehalter bearbeitet werden, die für die sichere Anwendung der oralen Medikamentation von Bedeutung sind.

Checkliste für orale Medikation im Schweinebereich

Die genauen Unterschiede der verschiedenen Applikationsmethoden und durch welche einfachen Maßnahmen mit geringen Kosten (z.B. Einbau von Wasseruhren, Reinigung und Desinfektion der Futterleitungen nach jeder Medikamentgabe) die orale Medikamentierung im eigenen Betrieb umgesetzt werden kann, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe (Heft 21/2009) „Der fortschrittliche Landwirt“.


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Aktualisiert am: 26.10.2009 11:17
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