Offener IG-Brief fordert Rücknahme der Bergland-Milchpreissenkung

Unter dem Titel Fristsetzung für Rücknahme der Milchpreisabsenkung schrieb die IG Milch den Verantwortlichen der Berglandmilch einen Brief, in dem sie die Rücknahme der jüngsten Erzeugermilchpreissenkung fordert. Lesen Sie hier den genauen Brief:


Sehr geehrte Damen und Herren!

Seit Bestehen unserer Organisation wurden seitens des österreichischen Lebensmittelhandels zahlreiche Forderungen der IG-Milch umgesetzt. Sowohl die Konsumenten, als auch die großen Unternehmen im Handel sind den Argumenten der IG-Milch gefolgt und haben die Zerstörungskraft von Dumpingpreisen ebenso erkannt wie den Zusammenhang zwischen fairen Preisen, Lebensmittelqualität, Kulturlandschaftssicherung und Erhaltung von Arbeitsplätzen. Sprachregelungen der IG-Milch (Abschied von ruinösen Preisschlachten, Bauern brauchen faire Preise, Heidi-Butter aus Österreich usw.) haben Einzug in millionenschwere Werbekonzepte und Unternehmensphilosophien gefunden. Milchprodukte werden nicht mehr für die Auseinandersetzungen im Handel missbraucht und es sind die Regalpreise kräftig in die richtige Richtung korrigiert worden.

Um so mehr verwundert uns die Nachricht, dass die Berglandmilch mit 1. Jänner eine massive Preissenkung beim Bauernmilchpreis angekündigt haben soll. Dem Schreiben an die Berglandlieferanten vom Dezember ist weder in den Worten des Obmannes Haimberger, noch des Aufsichtsratsobmannes oder des Obmannstellvertreters ein klarer Hinweis auf eine Preissenkung zu entnehmen. Dagegen geht aus dem Milchgeldanlageblatt bei genauem Studium eine Preissenkung von 2,2 Cent netto beim Grundpreis oder über 7% vom Gesamtpreis hervor. Dies wäre eine schwere Einbuße für Berglandlieferanten und in der Folge für alle österreichischen Milchbauern.

Da die zu Wort kommenden bäuerlichen Funktionäre im erwähnten Schreiben auf die Preissenkung keinen Bezug nehmen, vermuten wir, dass sich im Milchgeldanlageblatt ein Druck- oder Kommunikationsfehler eingeschlichen hat, wie er auch bei großen und erfolgreichen Unternehmen vorkommen kann. Wir gehen davon aus, dass eine Preissenkung seitens der Berglandmilch gar nicht beabsichtigt war und ist. Wir hoffen darauf, dass das umfangreiche Gremium der Berglandmilch imstande ist, diese Frage positiv zugunsten der Berglandlieferanten aufzuklären und wir erwarten darüber eine positive Mitteilung bis zum Montag, dem 22.01.07.

Bis dahin gehen wir davon aus, dass für die Berglandlieferanten das Milchgeldanlageblatt vom Dezember auch seine Gültigkeit im Jänner behält. Andernfalls dürfen wir gemeinsam mit Bauern aus ganz Österreich den betroffenen Berglandbauern die vielfach geforderte Unterstützung für innovative Lösungsansätze anbieten.

Mit verbindlichen Grüßen

Ewald Grünzweil

Obmann IG-Milch


Aktualisiert am: 05.02.2007 10:16
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