Österreichs Milchbauern: Streik und Gespräche

Während die Streiks in Österreich noch im Gange sind, gab es in der Schweiz bereits eine Einigung. Auch in Österreich laufen die Verhandlungen. Laut LK Präsident Wlodkowski konnte gestern bei Gesprächen zwischen Vertretern der LK Österreich, des Lebensmittelhandels und der Molkereien ein weiterer Preisabsturz verhindert werden.
„Mit dem Lieferstreik wollen die MilchbäuerInnen ihren Anteil am geforderten Systemwechsel beizutragen und auf die zerstörerischen Folgen des Preisdumpings hinzuweisen“, so eine Presseaussendung der IG-Milch.

Milchbauern einbinden
„Es muss in Zukunft das System dahingehend geändert werden, dass unabhängige Milcherzeugerverbände in die Bauernmilchpreisfindung eingebunden werden und dem Ganzen eine Vollkostenrechnung zu Grunde liegt. Es kann nicht sein, dass Verhandlungsgespräche geführt werden, ohne die Betroffenen, nämlich die MilchbäuerInnen einzubinden“, heißt es weiter. Die Angaben über das Ausmaß des Lieferstreiks in Österreich reichen je nach Quelle von 20 bis 50 Prozent weniger.

Gespräche zwischen LK Österreich, Lebensmittelhandel und Molkereien
„Durch das heutige Spitzengespräch zwischen den Vertretern der LK Österreich, des Lebensmittelhandels und der Molkereien konnte ein weiterer Preisabsturz beim Bauernmilchpreis verhindert werden. Das deutsche Preisniveau liegt derzeit um durchschnittlich 7 Cent je Kilogramm Milch unter den österreichischen Preisen. Es wurde Einigung darüber erzielt, dass der Lebensmittelhandel Milch nicht als Schleuderartikel verwenden wird. Dadurch werden die Molkereibetriebe in die Lage versetzt, den Bauern weiterhin einen stabilen Milchpreis auszuzahlen“, stellte Gerhard Wloskowski, Präsident der LK Österreich gestern fest.

Steigende Kosten müssen ausgeglichen werden
„In weiteren Gesprächen in den kommenden Wochen soll zudem ein Ausgleich für die stark steigenden Kosten auf Bauernseite erreicht werden. Ich bin zuversichtlich, dass durch diese positiven Signale von Handel und Molkereien die Situation nicht weiter verschärft wird. Wir werden ganz genau darauf achten, dass alle Zusagen auch eingehalten werden. Für Handel und Molkereien ist die LK Österreich Ansprechpartner für die in Aussicht genommenen weiteren Gespräche“, so Wlodkowski abschließend.

Firmen unterstützen teilweise
„Mehrere Firmen haben uns die Unterstützung zugesagt“, so die IG-Milch. Einige Firmen nehmen den Streik zum Anlass, Aktionen für die Milchbauern ins Leben zu rufen. So gibt es bei einer deutschen Genetikfirma 10 % Gratissperma bei einer Bestellung bis Ende des Monats.

Einigung in der Schweiz
Laut der Fachzeitschrift „Der Schweizer Bauer“ wurden die Milchpreisverhandlungen, die zwischen den Schweizer Milchproduzenten (SMP) und den Molkereien seit letztem Sonntag stattgefunden haben, wurden in der Nacht auf Dienstag 3. Juni 2008 mit einer Milchpreiserhöhung von 6 Rappen abgeschlossen. „Die Big-M habe dieses Verhandlungsergebnis akzeptiert und breche den Streik ab, heißt es in einer Mitteilung“, so Samuel Krähenbühl vom Schweizer Bauer.


Aktualisiert am: 10.06.2008 15:01
Landwirt.com Händler Landwirt.com User