Österreicher kaufen mehr heimische Lebensmittel

Im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung untersuchten das market Institut und die Linzer Johannes Kepler-Universität das Einkaufsverhalten der Österreicher bei Lebensmitteln und dessen volkswirtschaftliche Effekte.
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und Schauspielstar Tobias Moretti unterstützen Kampagne für mehr heimische, klimafreundliche Lebensmittel. Im Bild v.l. Tobias Moretti, BM Niki Berlakovich und Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und Schauspielstar Tobias Moretti unterstützen Kampagne für mehr heimische, klimafreundliche Lebensmittel. Im Bild v.l. Tobias Moretti, BM Niki Berlakovich und Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.
Sehr erfreulich sind der gestiegene Konsumpatriotismus und das Wissen der Verbraucher um die positiven Auswirkungen österreichischer Produkte auf Klima, Umwelt und Wirtschaft:

  • Ein Drittel kauft mehr heimische Lebensmittel als vor fünf Jahren
  • 91 Prozent sind überzeugt, dass der Kauf von heimischen Lebensmitteln Arbeitsplätze sichert
  • 66 Prozent legen großen Wert auf klimafreundliche Produkte mit kurzen Transportwegen
  • 78 Prozent bevorzugen das heimische Produkt, auch wenn es teurer ist
  • Durch diese zusätzliche Zahlungsbereitschaft der ÖsterreicherInnen würde sich das BIP um 1,7 Mrd. Euro erhöhen und 15.000 Arbeitsplätze würden geschaffen werden


„Generell müssen Lebensmittel wieder mehr Wert bekommen. Nimm drei, zahl zwei und wirf mindestens eines weg, ist der falsche Weg. Deswegen hat das Lebensministerium die Initiative ‚Lebensmittel sind kostbar’ gestartet, die sich mit Strategien und Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen beschäftigt“, so Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich.

Bemerkenswerte Ergebnisse
Dr. Werner Beutelmeyer, Leiter des Marktforschungsinstitutes market zu den konkreten Ergebnissen der Meinungsumfrage: „Dass sich bei 33 Prozent der Befragten ein Konsumwandel weg vom weitgereisten hin zum österreichischen, klimafreundlichen Produkt mit kurzen Transportwegen vollzogen hat, ist ein beachtliches Ergebnis und beweist den Erfolg dahingehender Initiativen wie beispielsweise jene der Hagelversicherung. Zwei auffällige Motive beim Lebensmittelkauf sind die Faktoren ‚kurze Transportwege’ und ‚Arbeitsplatzsicherung’. 66 Prozent der heimischen Konsumenten legen großen Wert auf klimafreundliche Produkte mit kurzen Transportwegen. Gleichzeitig sehen 91 Prozent der Befragten im Kauf österreichischer Lebensmittel einen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung", erläutert Beutelmeyer. Für die Meinungsforscher von market ist auch besonders bemerkenswert, dass eine große Mehrheit der Konsumenten – nämlich 78 Prozent - auch dann zum österreichischen Produkt greift, wenn es mehr kostet als das Weitgereiste. Bei gleichem Preis entscheiden sich sogar 96 Prozent für das regionale, klimafreundliche Lebensmittel. Dieses starke Signal für Konsumpatriotismus kann auch zu enormen volkswirtschaftlichen Effekten führen. Dazu erläutert Univ.-Prof. DDr. Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität: „Dieses empirisch erhobene und somit realistische Kaufkraftpotential hat ein ganz beträchtliches wertschöpfungswirksames Volumen. Unsere Berechnungen zeigen, dass das Bruttoinlandsprodukt in Österreich durch diese zusätzliche Zahlungsbereitschaft um 1,7 Mrd. € zusätzlich steigen würde und 15.000 Arbeitsplätze gesichert wären.“

Tobias Moretti: Konsumenten können viel bewegen
Schauspieler Tobias Moretti, der neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch einen Rinderzuchtbetrieb in Tirol bewirtschaftet, bekennt sich seit vielen Jahren zu heimischen Lebensmitteln. Er appelliert an die Österreicher: „Wir alle können als Konsumenten in Zeiten der Globalisierung aktiv mithelfen, heimische Arbeitsplätze zu sichern, Kaufkraft im Land zu halten und das Klimarisiko zu senken. Heimische Lebensmittel unserer Bauern sind eine Chance für unser Klima, und es braucht diese Chance dringend, das spürt man grad in einer Transitregion wie Tirol. Da die Qualität unserer Lebensmittel in der Regel hoch ist, tun wir uns und unserer Zukunft gleichermaßen etwas Gutes. Es braucht aber auch in einer rein auf Profit orientierten Gesellschaft ein politisches Regulativ gegen die Auswüchse eines sinnlosen Überangebots.“


Aktualisiert am: 26.04.2011 11:11
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