Ökosoziales Forum Steiermark: Nagl fordert ehrliche Energiepolitik

Die Idee der Ökosozialen Marktwirtschaft Josef Rieglers ist die Basis für die Aktivitäten des ÖSF Steiermark unter seiner Präsidentschaft, betonte der neue Präsident des Ökosozialen Forum Steiermark Siegfried Nagl.
Nagl will mehrere Schwerpunkte als Forumspräsident umsetzen, wobei im
Presseclub Obmann Johannes Kübeck (rechts) lud Vizekanzler a. D. DI Dr. h.c. Josef Riegler sowie dessen Nachfolger als Präsident des Ökosozialen Forum Steiermark Bgm. Mag. Siegfried Nagl in den Presseclub.
Presseclub Obmann Johannes Kübeck (rechts) lud Vizekanzler a. D. DI Dr. h.c. Josef Riegler sowie dessen Nachfolger als Präsident des Ökosozialen Forum Steiermark Bgm. Mag. Siegfried Nagl in den Presseclub.
folgende Themen besonders am Herzen liegen:

Neue Energiepolitik
Neue Energiepolitik , das Ziel ist es, Abhängigkeiten von Importen zu reduzieren und neue Impulse für Arbeitsplätze zu schaffen. Der Ausbau der Wasserkraft, von Photovoltaik und Solarenergie bis hin zur Windenergie sind beste Möglichkeiten vor allem in urbanen Räumen, die Energiegewinnung von Biomasse eine besondere Chance. Angesichts der herrschenden Abhängigkeiten ist sofort eine neue Strategie für die Energiegewinnung und Versorgung zu umzusetzen. Es braucht Phantasie und Optimismus, sie fördern die Innovation. Eine neue Gasleitung Namens NABUCCO verringert weder Abhängigkeiten noch löst sie Probleme, es wird nur sehr viel Geld in ausländische Wüsten oder Steppen vergraben. Geld, das man besser im Land in Forschung für effiziente Energienutzung oder zur Sanierung von Gebäuden stecken sollte. Damit schafft man Arbeitsplätze und Familieneinkommen. Nagl nennt die derzeit betriebene Energiepolitik und die internationalen eingegangen Verpflichtungen, die man jetzt nicht umsetzen kann oder will, wörtlich „eine verlogene Politik“. „Das will ich anders machen, wenn ich etwas unterschreibe, sollte ich im Vorfeld wissen, was es kostet und wie ich es umsetze“. Mit Freude sieht er die Chance, Graz im Bereich Energiegewinnung von der Sonne oder bei Mobilität mit Elektroautos auf der Basis hervorragender Universitäten wie einer starken Autoindustrie international in die Auslage zu stellen. Graz soll die Ökosoziale Hauptstadt werden!

Jeder trägt Verantwortung
Rahmenvorgaben , eine neue Ethik in der Finanzwelt mit neuen Regeln, die bei Missbrauch auch mit wirksamen Strafen wirken sollen, sind einzuführen. Casinomethoden haben in der Wirtschaft nichts zu suchen. Dies Abzustellen ist die Herausforderung für die nächsten Jahre, im Großen wie im Kleinen. Konkret: Jeder der Verantwortung trägt, wird sich in Zukunft mit mehr Sorgfalt überlegen müssen, wie er mit Allgemeingut umgeht. Spekulationen mit fremdem, zur Verwaltung übertragenem Eigentum sind sicher ein falsch verstandener Auftrag. Dazu gehört auch, dass die Politik wieder jenen Rahmen vorgibt, in dem sich die Wirtschaft bewegen muss. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, wie sich die freie Marktwirtschaft ohne Regeln auswirkt. Und deren Gestalter, die sich jede Einmischung in ihre Geschäfte verbieten, sind die ersten, die in schwieriger Zeit ums Geld der Steuerzahler beim Staat vorstellig werden! So kann´s nicht gehen.

Heimische Lebensmittel
Gesunde Lebensmittel , von gesunden Böden aus heimischer Produktion! Die jüngsten Skandale bei Lebensmitteln zeigen, dass man bei der Erzeugung von Lebensmitteln strenger kontrolliert werden muss, damit die heimischen Produzenten wie Konsumenten nicht auf der Strecke bleiben. Handlungsbedarf gibt es bei der Verarbeitung. Es ist den heimischen Bauern nicht zumutbar, dass ihre wertvollen, strengen Auflagen unterliegenden Produkte bei der Verarbeitung durch Beimengung von ausländischen, schlechten Waren eine ganzer Berufstand draufzahlt. Damit werden auch Grundanliegen der Allgemeinheit beschädigt. Wenn heimische Bauern ob der immer wiederkehrenden Skandale und der damit einher gehenden Einbrüche bei den Erzeugerpreisen das Handtuch werfen, gehen für die Bürger des Landes wertvolle, intakte Lebensräume verloren. Die Arbeit der Bauern kann niemand 1:1 ersetzen, kein Verein oder sonstige Dienstleiter wird imstande sein, dies zu tun. Daher ist es eine Frage der Allgemeinheit, ob wir dies zulassen oder ander Spielregeln haben wollen und wir wollen andere Spielregeln.

(Josef Kaltenegger – GF Ökosoziales Forum Steiermark)


Aktualisiert am: 02.02.2009 09:47
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