Ökosoziales Forum: 1. Ökosozialer Aschermittwoch

Der 1. Ökosozialer Aschermittwoch unter dem Motto: Wie viel Speck braucht es, wie viel Speck muss weg?! fand in den Räumlichkeiten des Unternehmens Gady in Lebring statt.
1. Ökosozialen Aschermittwoch: Gerhard Wlodkowski - Präsident der Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark/Österreich, Monika Haas - Einkaufschefin SPAR Steiermark, Ingrid Gady - Vorsitzende Katholische Frauenbewegung Steiermark mit "Fastensuppe", Monika Primas - Chefin der Volkskultur Steiermark und Philipp Gady, Vorstandmitglied Ökosoziales Forum Steiermark. Foto: Josef Kaltenegger
1. Ökosozialen Aschermittwoch: Gerhard Wlodkowski - Präsident der Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark/Österreich, Monika Haas - Einkaufschefin SPAR Steiermark, Ingrid Gady - Vorsitzende Katholische Frauenbewegung Steiermark mit "Fastensuppe", Monika Primas - Chefin der Volkskultur Steiermark und Philipp Gady, Vorstandmitglied Ökosoziales Forum Steiermark. Foto: Josef Kaltenegger
Die am Aschermittwoch stattfindende Veranstaltung des Ökosozialem Forums entwickelte sich zu einer spannenden Diskussion rund um das Thema: „Wie viel Speck braucht es, wie viel Speck muss weg?!".

So entspann sich ein spannender Dialog zwischen den Vortragenden und den Teilnehmern bei der Veranstaltung, die das ÖKOSOZIALE FORUM STEIERMARK mit der Katholischen Frauenbewegung und den Firmen GADY sowie STYRIABRID - ABSOLUT STEIRISCH als Partner veranstaltete.

Philipp Gady, Mitglied im Vorstand des Ökosozialen Forum Steiermark brachte pointiert gleich auf den Punkt: aus der Sicht des Ökosozialen Forum Steiermark will man in Sachfragen konkrete Antworten und Lösungen, losgelöst von parteipolitischem Hickhack. Dazu gehört auch, dass man das Verursacherprinzip beispielsweise bei der Zerstörung von Lebensressourcen anwendet. Also die zur Kasse bitten, die Fehlentwicklungen verursachen und nicht die Allgemeinheit in die Pflicht nehmen. Es ist also von Entscheidern Kreativität gefragt, denn nicht an den Worten sondern an ihren Taten wird man sie messen.

Monika Haas, Einkaufschefin von SPAR Steiermark machte deutlich, dass man die Dinge nicht nur denken soll, sondern dass man sie tun muss. Am Beispiel von SPAR zeigte sie auf, dass man Regionalität nur dann erhalten kann, wenn man sie lebt. Daher gibt es vom Handelshaus SPAR viele Initiativen, wo man versucht, diesem regionalen Schwerpunkt durch Produkte - oft auf spezifische Kleinregionen beschränkt - Rechnung zu tragen.

Monika Primas, Chefin der Volkskultur Steiermark zeigte anhand einiger interessanter Beispiele auf, wie weit Menschen heute schon vor natürlichsten Dingen weg sind. Primas, die auch Bäuerin ist musste bei einem Besuch von Mitschülern ihres Kindes am Bauernhof feststellen, dass es Kinder gibt, die wirklich der Meinung sind, die Milch komme von der MILKA KUH. Brauchtum gilt nicht nur als Erinnerung für Vergangenes sondern ist ein wichtiger Impuls für Wertvolles im Leben. Das zu Stärken ist ein Auftrag an die Gesellschaft.

Gerhard Wlodkowski, oberster Bauernvertreter Österreichs mahnte dem Klassekampf einen Riegel vorschieben zu müssen. Wer Regionalität erleben will, der muss sein Konsumverhalten auch danach richten. Hier trifft er sich mit seinen Aussagen auch mit Haas und Primas. Regionalität fordern, Auflagen nach oben schieben ist aus der Sicht von Bauern wie Verarbeitern eine oft nicht mehr schaffbare Hürde. Wlodkowski mahnte aber auch die politische Verantwortung ein, denn die Politik könne vom Bürger nicht erwarten, dass er alle unangenehmen Dinge mittrage, viele Entscheidungen, welche dann die Auslöser für Sparpaketdiskussionen oder ähnlichem aber ohne den Bürger stattfinden.

Resümee:
Es braucht Toleranz, Mut sowie Härte mit Konsequenz, wenn man gute Dinge erhalten will oder aber vermeiden will, dass die Balance ins Wanken kommt. Es geht nicht, wenn nur der Egoismus die Triebfeder des Tuns ist, sondern es braucht dringendst wieder mehr Solidarität. Das sei insbesondere jenen ins Stammbuch geschrieben, die beim Handaufhalten in der ersten Reihe stehen. Fordern geht nur dann, wenn man auch selber bereits ist, zu fördern, sich also aktiv in Entscheidungsprozesse einbringt.

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Aktualisiert am: 24.02.2012 18:41
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