ÖO Mutterkuhfachtag 2013: Perspektiven und Herausforderungen in der Mutterkuhhaltung

Die aktuellen agrarpolitische Rahmenbedingungen sowie die Fütterung und Fruchtbarkeit einer wirtschaftlichen Mutterkuh samt Kalb waren die zentralen Themen am Landestag der Mutterkuhhaltung Anfang Jänner 2013 in der Landwirtschaftskammer OÖ. Über 250 Landwirte nahmen teil.
v.l.n.r. Ing. Andreas Hager, Mutterkuhberater; DI Johannes Fankhauser, Landwirtschaftskammer Österreich, Leiter Abteilung Bildung, Beratung, LE; Vizepräsident Karl Grabmayr, Landwirtschaftskammer OÖ; Ing. Rudolf Rogl, ARGE Rind
v.l.n.r. Ing. Andreas Hager, Mutterkuhberater; DI Johannes Fankhauser, Landwirtschaftskammer Österreich, Leiter Abteilung Bildung, Beratung, LE; Vizepräsident Karl Grabmayr, Landwirtschaftskammer OÖ; Ing. Rudolf Rogl, ARGE Rind
Der Erhalt und die gesetzliche Absicherung des Einheitswert- und Pauschalierungssystems sei gerade für die Futterbaubetriebe von zentraler Bedeutung, erläuterte LK-Vizepräsident Karl Grabmayer zu Beginn. Auch das Thema Abschaffung der gekoppelten Mutterkuhprämien wurde angerissen. Grabmayer berichtete auch von der notwendigen Umstellung vom historischen Modell auf das Regionalmodell und erwähnte, dass es national keine Mehrheit für die Gewährung von gekoppelten Zahlungen ab 2014 für Mutterkuhhalter mehr gegeben hätte.

Zentrales Thema der Podiumsdiskussion mit Vizepräsident Karl Grabmayr, DI Johannes Fankhauser und Ing. Rudolf Rogl war die Absicherung der Rindfleischproduktion und Mutterkuhhaltung in Österreich. In der neuen GAP-Reform wird das Regionalmodell mit einheitlicher Flächenprämie umgesetzt, daher bedarf es einer besonderen Anstrengung um die Rindfleischproduktion in Österreich zu sichern.

Fruchtbarkeit optimieren
„Die Hauptursachen für Fruchtbarkeitsstörungen sind umweltbedingt und sind damit beeinflussbar,“ stellte Mag. Vitus Lenz in den Raum. Der Gesamtzustand der Kuh, die Haltung, die Bewegungsmöglichkeit, die Lichtverhältnisse, sowie die Fütterung wirken sich auf die Fruchtbarkeit aus. Auch die Hygiene bei der Geburt und deren Verlauf, sowie der Abgang der Nachgeburt haben Einfluss, ob die nachfolgende Belegung/Besamung wieder zu einer Trächtigkeit führt. Denn nur etwa 20% der Fruchtbarkeitsprobleme liegen bei den Organen der Kuh. Damit bleiben 80% die der Mensch positiv beeinflussen kann. „Um Kälberausfälle zu vermeiden, ist bereits in der Trockenstehzeit darauf zu achten, dass die Kühe nicht verfetten. Im Normalfall sollte eine Mutterkuh ohne Hilfe abkalben. Die Geburt sollte jedenfalls genau beobachtet werden,“ betonten Johann Häusler und Mag. Franz Viehböck.

Mineralstoffversorgung optimieren
Dieser Grundsatz gilt vor allem für die Verbesserung der Fruchtbarkeit. Für Mutterkühe ist das Grundfutter die Hauptfutterart. Die Mineralstoffgehalte können dabei stark schwanken. Unbedingt geachtet werden muss auf die Natrium-Versorgung (Viehsalz, weil aus dem Grundfutter der Bedarf der Mutterkuh nur zu ca. 30% gedeckt wird. Die Versorgung mit Spurenelementen ist wichtig für die Fruchtbarkeit. Als besonders wichtige Elemente werden Selen, Zink und Kupfer angesehen. „Die Empfehlung der Mineralstoffmenge liegt bei mindestens 30 – 50 g pro Kuh und Tag,“ erläuterte DI Franz Tiefenthaler.

Wirtschaftlichkeit verbessern
Das Maß für die Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung ist ein verkauftes oder abgesetztes Kalb pro Mutterkuh und Jahr. Damit ein gut entwickeltes Kalb verkauft oder abgesetzt werden kann, sind viele Faktoren ausschlaggebend. Die Auswertung und Analyse von produktionstechnischen und ökonomischen Kennzahlen bildet die Basis für wirtschaftlichen Erfolg,“ betonte Reinhard Gastecker in seinen Ausführungen.

Ing. Andreas Hager


Aktualisiert am: 21.01.2013 13:15
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