ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten 2007

Die Richtwerte sind zum Preis von 5 Euro als Heft und zum Preis von 15 Euro auf Diskette (Excel-Tabelle) im ÖKL erhältlich. Zusätzlich sind diese im Internet kostenlos abrufbar.
ÖKL Richtwerte zur Berechnung der Maschinenselbstkosten online
ÖKL Richtwerte zur Berechnung der Maschinenselbstkosten online
Immer größere und häufig auch mit elektronischer Steuerung ausgestattete landwirtschaftliche Maschinen verursachen hohe Kosten. Einen wesentlichen Anteil haben die fixen Kosten. Diese lassen sich nur im überbetrieblichen Einsatz im Rahmen der Maschinenringe in realistischen Zeiträumen - bevor die Maschine technisch überholt ist - amortisieren. Abgesehen davon verlangt die Bedienung eines Rübenvollernters oder gar eines Forst-Harvesters eine Fertigkeit, welches sich ein Landwirt auf wenigen Hektar Einsatzfläche nicht aneignen könnte.

Damit nimmt die Bedeutung klarer "Spielregeln" für die Abrechnung zu, wie sie durch die ÖKL-Richtwerte vorgegeben werden. Der bloße Rechenalgorithmus ist keine Erfindung des ÖKL, sondern die Anwendung einfacher Betriebswirtschaft, wobei das Rechenverfahren in der Einleitung zu den Richtwerten - auch anhand von Beispielen - nachvollziehbar dargelegt wird: Was aber der ÖKL-Arbeitskreis mit seinen Vertretern aus der Praxis (Maschinenringe, Landtechniker, Forsttechniker) speziell einbringt, sind die abgesicherten Zahlen. Die Anschaffungspreise werden durch einen Vergleich erhoben, wobei eine jeweils gleiche Ausstattung zugrunde gelegt wird.

Neuerdings wird der Vergleich bei den Traktoren durch Leistungsangaben nach unterschiedlichen Normen nicht eben vereinfacht. Noch mehr von dem zitierten Expertenwissen ist schon erforderlich, wenn die jährlichen Einsatzstunden festgelegt werden sollen. Dabei geht es darum, jenen Bereich einer statistischen Verteilung zu finden, in dem dieser Zeitraum für möglichst viele Maschinen einerseits gleich ist, andererseits einen möglichst engen Bereich - eben den "RICHT-Wert" - umfasst. Das schließt indes nicht aus, dass manche Traktorengemeinschaften höchste Einsatzstunden erreichen und andere Maschinen - vorsichtig ausgedrückt - "nicht ganz ausgelastet sind". Analog gilt dies für den Reparaturkostenfaktor. Alle Werte werden übrigens mit jenen aus Deutschland und der Schweiz verglichen.

Von größter Bedeutung ist, dass nach sachlicher Diskussion die "Finanz" die Richtwerte vollinhaltlich anerkennt. Auslöser war die Überlegung, bei höheren Einsatzstunden und einem Jahresumsatz von über 24.400 € eine Degression der Fixkosten in Ansatz zu bringen. Tatsache und Linie der Maschinenringe und des ÖKL ist aber, dass gerade bäuerliche Betriebe mit mehreren, teueren, aber überbetrieblich eingesetzten Maschinen zu Unrecht hier automatisch "gewerblich" geworden wären. Eine grundsätzliche Diskussion ist (Stand Jänner 2007) noch mit der Sozialversicherung zu führen.

Die Richtwerte sind zeitgemäß - das gilt auch hinsichtlich ihrer Präsentation: Sie sind "online" und das Rechenschema, das seit 40 Jahren die Herleitung für eigene Berechnung bildet, ist jetzt elektronisch hinterlegt und in Echtzeit abrufbar. Nach wie vor sind individuell berechnete Werte keine Richtwerte mehr, und dass mehr Stunden (z.B. durch Nachbarschaftshilfe) die Fixkosten senken, hat die Berechnung mit Papier und Bleistift schon immer gezeigt. Sehen muss man aber auch, dass mehr Stunden im Jahr die technische Lebensdauer rascher erreichen lassen.

Ergänzt wurde die Ausgabe 2007 um die "ÖKL-Richtwerte für Wegzeiten". Sie leiten sich als ein bestimmter Prozentsatz von den Gesamtkosten ab und sind für Traktoren und selbstfahrende Arbeitsmaschinen verschieden. So weist z.B. ein Mähdrescher bei Überstellungsfahrten weniger bewegte Teile im Vergleich zum Feldbetrieb auf und der Verschleiß ist relativ geringer.
Die Tabelle zum Treibstoffverbrauch insbesondere als Basis für das sogenannte Nachweisverfahren ist inzwischen von der Praxis anerkannt.

Die ÖKL Richtwerte 2007 wurden erstmals unter der Federführung von Ing. Herbert Pichler (Bildungswerkstatt Mold) erstellt, wenn gleich Dr. Franz Kogler – dem wir für die jahrzehntelange Berechnung danken – diese heuer noch begleitet.

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Zu den Richtwerten


Aktualisiert am: 02.04.2007 17:36
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