Nur wenige Absetzferkel je Fressplatz hat Vorteile

In vielen Betrieben werden acht oder mehr Absetzferkel je Fressplatz an Breiautomaten gefüttert. Diese Fütterungstechnik ist mit Nachteilen behaftet – doch es gibt interessante neue Entwicklungen
Eine Fütterungstechnik, die trockenes Futter bis zum Trog transportiert, wo es dann mit Wasser durchmischt wird, ist aus fütterungshygienischen Gründen zu empfehlen.
Eine Fütterungstechnik, die trockenes Futter bis zum Trog transportiert, wo es dann mit Wasser durchmischt wird, ist aus fütterungshygienischen Gründen zu empfehlen.
Vor allem für die kleineren Ferkel ist das ein großer Stress, wenn sie mit sieben, acht oder noch mehr fremden Ferkeln um einen Platz am Breiautomaten kämpfen müssen. Anfänglich fressen die Absetzer nur kleine Futtermengen, so dass ein Energiedefizit entsteht und die Ferkel einen hohen Wärmebedarf haben (28 bis 31 °C Raumtemperatur notwendig, Fußbodentemperatur mindestens 22 °C!). Weitere belastende Faktoren können hinzukommen (zB Rangkämpfe, Keimdruck). Die Situation kann sich dann verschärfen, wenn Ferkel verschiedener Herkünfte zusammen aufgestallt werden. Die Ferkel reagieren mit Verlusten, verringerten Zunahmen und Kümmern. Eine tiergerechte Fütterungstechnik spielt eine wichtige Rolle, um optimale Aufzuchtbedingungen zu schaffen.

Fütterungstechniken für Absetzferkel
Für Absetzferkel gibt es viele Fütterungsverfahren, die in Verfahren der Sattfütterung und Techniken für die rationierte Fütterung eingeteilt werden können. Die traditionellen Trockenfutterautomaten zur Sattfütterung der Absetzferkel mit einem Tier-Fressplatzverhältnis von maximal 4 : 1 wurden in den letzten Jahren durch Intervallfütterungsverfahren (Längstrog, Rundtrog), Rohrbreiautomaten und gelegentlich Flüssigfütterungsanlagen ersetzt. Um die Längstrogfütterung, die Ende der 90er Jahre in verschiedenen technischen Lösungen angeboten wurde, ist es mittlerweile ruhig geworden. Die höheren Anschaffungskosten und die geringeren täglichen Zunahmen bei der restriktiven Intervallfütterung sind die Hauptgründe, weshalb viele Betriebsleiter die kostengünstigen Rohrbreiautomaten für die Ferkelfütterung bevorzugen.

Auseinanderwachsen vorprogrammiert

Diese Situation stellt eine extreme Belastung für die Ferkel dar. Kommt dann noch ein Infektionsdruck durch PRRS und PCV 2 hinzu, ist ein Anstieg der Erkrankungs- und Verlusthäufigkeit „vorprogrammiert“. Durch die Sattfütterung besteht außerdem ein erhöhtes Risiko von Ödemkrankheit. Einige Her­steller empfehlen Grup­pengrößen von 40 Ferkeln und mehr. Mit zunehmender Gruppengröße (von 12 bis 42 Ferkeln) und weiter werdendem Tier-Fressplatz-Ver­hältnis (von 6 : 1 bis 10,5 : 1) ge­hen jedoch die täglichen Zunahmen zurück und die Ferkel wachsen stärker auseinander.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Gießen


Aktualisiert am: 07.08.2006 10:36
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