Nur was schmeckt wird gefressen

Futteraufnahme und Milchleistung sind eine Folge der Grundfutterqualität. Schlechtes Grundfutter ist mit hoher Milchleistung unvereinbar und kann durch Kraftfutter nicht ersetzt werden.
Eine hohe Futteraufnahme wird erreicht wenn bestes Grundfutter mehrmals am Tag frisch vorgelegt wird.
Eine hohe Futteraufnahme wird erreicht wenn bestes Grundfutter mehrmals am Tag frisch vorgelegt wird.
Im höheren Milchleistungsbereich wird die Futteraufnahme einer Kuh hauptsächlich über die Füllung ihres Pansens bestimmt, d.h. sie frisst soviel und solange, bis ihr Pansen gefüllt ist. Klarerweise sind es die Gerüstsubstanzen des Futters (und nicht die Zellinhaltsstoffe), die für die Füllung ihres Pansens verantwortlich sind. Daher entscheidet der Gehalt an Rohfaser (man spricht heute richtiger von Gerüstsubstanzen) über die Füllung des Pansens. Von einem Futter mit wenig Gerüstsubstanzen kann folglich mehr Trockenmasse gefressen werden als von Futter mit viel Gerüstsubstanzen, um die gleiche Menge an Faser aufzunehmen. Da Futter mit einem geringeren Gehalt an Faser noch dazu nährstoffreicher ist als älteres Futter, ist die Aufnahme an verfügbaren Nährstoffen und Energie noch wesentlich höher als die der Trockenmasse.

Darauf sollten Sie in der Milchviehfütterung achten!Laktationsbeginn:

  • Sofort nach der Geburt lauwarmes Wasser geben und generell auf ausreichende Wasserversorgung achten.
  • Bestes Grundfutter mehrmals am Tag frisch vorlegen/nachschieben – Futterreste sind notwendig!
  • In Laufställen Kühe bei Bedarf zum Futter locken.
  • Vielfältige aber über längeren Zeitraum konstante Rationen zusammenstellen.
  • Gründlandfutter unterschiedlicher Aufwüchse kombinieren, ein Heuanteil erhöht die Futteraufnahme.
  • Kraftfutter nach der Abkalbung nur langsam steigern, maximal 0,3 kg/Tag, und nicht mehr als 2 kg pro Teilgabe anbieten.
  • Auf ausreichend Frischluft achten.
  • Bei Hitze den Kühen Schatten anbieten oder für Kühlung sorgen.
  • Ständige Kontrolle der Tiergesundheit (Klauen, Euter, Stoffwechsel).


Mitte bis Ende der Laktation:

  • Die Anpassung der Kraftfuttermenge muss mindesten einmal im Monat entsprechend den Leistungskontrollergebnissen und der Körperkondition erfolgen.
  • Ab Laktationsmitte ist die Kraftfuttereffizienz zumeist unter 1 kg Milch. Bei guter Grundfutterversorgung unter 15 kg Milch pro Tag kein Kraftfutter mehr einsetzen.


Trockensteher:

  • Trockenstehende Kühe getrennt halten und strukturreiches Futter einsetzen.
  • In den letzten 2 bis 3 Wochen vor der Abkalbung langsam auf das Grundfutter in der Laktation umstellen.
  • Eine Kraftfutteranfütterung vor der Abkalbung ist bei geringer Kraftfuttergabe in der Laktation zumeist nicht sinnvoll.
  • Zur Vermeidung von Milchfieber auf Problembetrieben sind Futtermittel mit hohem Calcium- und Kalium-Gehalt einzuschränken. Zu hohe Mengen an junger Grassilage, Luzerne, mineralisiertem Kraftfutter sowie der Einsatz von Futterkalk und Mineralstoffmischungen mit hohem Calcium-Gehalt sind ungünstig, dafür Heu, Maissilage bzw. Phosphor betontes Mineralfutter einsetzen.


Autoren: Univ.-Doz. Dr. Leonhard GRUBER, Dr. Andreas STEINWIDDER und Ing. Reinhard RESCH, LFZ Raumberg-Gumpenstein


Autor:
Aktualisiert am: 08.05.2008 10:46
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