Notstromversorgung: Zusammenspiel Generator und Verbraucher

In der Vergangenheit sind bei der Notstromversorgung oftmals Probleme aufgetreten, deren Ursachen nie genau ermittelt wurden. Die BLT Wieselburg und die SVB sind mittels Generatornetzanalyse diesen Problemen auf den Grund gegangen.
Diese Generatoren wurden getestet.
Diese Generatoren wurden getestet.
Über die Problematik der sicheren Versorgung mittels Zapfwellengeneratoren haben wir bereits in den Ausgaben 18 und 19/2007 sowie in der Ausgabe 08/2008 ausführlich berichtet.
Die Generatorhersteller haben bei Störfällen durch die Notstromversorgung immer wieder auf die zufrieden stellende Eignung der Generatoren auch für sensible Anlagen in der Landwirtschaft hingewiesen. Von der BLT–Wieselburg und der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) wurde geprüft, ob die Ursachen von Schadensfällen an sensiblen Verbrauchern überwiegend auf Verhaltensfehler zurückzuführen waren, oder ob diese im technischen Bereich lagen.

Das bleibt festzuhalten
Generell konnte festgestellt werden, dass die Generatoren bei den Untersuchungen ein vergleichbares Betriebsverhalten zeigten.
• Zwischen den beiden ZW-Generatoren konnten keine wesentlichen Unterschiede erkannt werden. Voraussetzung war die Berücksichtigung einer Grund- bzw. Mischlast. Der reine Frequenzumrichterbetrieb brachte das schlechteste Anlaufverhalten des Motors. Eine ohmsche (z.B. Heizung, Licht usw.) oder induktive (Motoren) Last war auch beim Einschaltversuch erforderlich, um den Frequenzumrichter überhaupt in Betrieb zu nehmen.
• Bei den Versuchen mit dem Kompaktaggregat musste festgestellt werden, dass seitens der Antriebsmaschine (Verbrennungsmotor) keine ausreichende Leistungsreserve vorhanden war, um die geforderten elektrischen Werte zu erreichen. Die ZW-Generatoren konnten aber kurzzeitig mit Nennlast oder Überlast betrieben werden, da vom Traktor als Antriebsmaschine genügend Leistungsreserve vorhanden war.
• Wenn eine korrekte leistungsmäßige Abstimmung zwischen Generator, Antriebsmaschine und den Belastungsfällen erfolgt, ist ein vernünftiger Betrieb sowohl mit ZW-Generatoren als auch mit Kompaktaggregaten möglich. Bisherige Probleme legen die Vermutung nahe, dass die in der Praxis aufgetretenen Schäden überwiegend auf Dimensionierungsfehler (Verhältnis Traktorleistung zu Generatorleistung), fehlenden Probebetrieb und vielfach auch auf falsches Verhalten zurückzuführen sind.

Die Anwendungsmöglichkeiten des Generators in der Landwirtschaft sind sehr vielfältig. Daher sind unterschiedlichste Verbrauchereigenschaften und Lastfälle zu berücksichtigen. Um klare Verhältnisse beim Notstrombetrieb zu schaffen, ist ein Probebetrieb unter Mitwirkung eines Elektrofachmannes unbedingt erforderlich.

Autoren: Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER und Ing. Erich ARTMÜLLER (BLT Wieselburg), Ing. Franz BRANDL und Ing. Wilhelm SCHAGERL (SVB)


Aktualisiert am: 20.02.2009 10:58
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