Nordmilch und Humana - Differenzen bei Fusion

Bei den Fusionsgesprächen zwischen den deutschen Molkereiunternehmen Nordmilch AG und Humana Milchindustrie GmbH sind Differenzen aufgetreten. Diese könnten "zu einem ernsthaften Problem werden", berichtet Dow Jones News unter Bezugnahme auf die Süddeutsche Zeitung (SZ).
Trotz der Differenzen zwischen Nordmilch und Humana soll die Fusion über die Bühne gehen.
Trotz der Differenzen zwischen Nordmilch und Humana soll die Fusion über die Bühne gehen.
Es gebe "einen handfesten Konflikt und zwar um ganz zentrale Fragen", wird über die Differenzen bei der Fusion zwischen Nordmilch und Humana berichtet. Dazu zählten unter anderem der künftige Name, die Rechtsform des neuen Unternehmens, vor allem aber der Firmensitz.

Streit um Hauptsitz
Humana will angeblich in Everswinkel in der Nähe von Münster bleiben, während Nordmilch aufgrund der Verkehrsanbindungen Bremen vorzieht. Da beide Firmen mit jeweils 50% am neuen Konzern beteiligt sein sollen, wäre die Frage des Hauptsitzes "entscheidend für die künftige Unternehmenskultur", zitiert die Zeitung Insiderkreise. "Je nachdem, wo die Firma ihren Hauptsitz hat, hätte eine Partei das Gefühl, von der anderen übernommen worden zu sein", schreibt die SZ weiter.

Welche Rechtsform?
Hinzu komme die Frage der Rechtsform. Zwar seien beide Unternehmen genossenschaftlich organisiert, doch das operative Geschäft verantworte auf der einen Seite eine GmbH und auf der anderen eine AG. Strittig sei zudem die künftige Ausrichtung des Konzerns. Humana-Geschäftsführer Albert Große Frie setze bislang auf Handelsmarken und den deutschen Markt, während Nordmilch-Vorstandsvorsitzender Josef Schwaiger das Wachstum vor allem außerhalb Europas sehe.

Fusion weiterhin am Plan
Laut einem Nordmilch-Sprecher sind die im Juni getätigten Aussagen zur Fusion jedoch weiterhin gültig. Demnach soll der Startschuss für das gemeinsame operative Geschäft der beiden Unternehmen im Jänner 2011 fallen. Dies gelte vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreter der genossenschaftlich organisierten Muttergesellschaften und der erforderlichen Genehmigung durch das Bundeskartellamt, welche kurzfristig beantragt werden solle. Die Vertreter der landwirtschaftlichen Mitglieder würden im Rahmen der ordentlichen Vertreterversammlungen über die Details der Fusion informiert, hieß es weiter. (AIZ)

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Aktualisiert am: 12.08.2010 19:00
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