Nitratrichtlinie macht britischen Milcherzeugern zu schaffen

Fast die Hälfte der englischen Milchviehhalter verfügt noch nicht über ausreichende Güllelagerkapazitäten, um Anfang kommenden Jahres in Kraft tretende Vorschriften zu erfüllen, die sich aus der Umsetzung des Aktionsplans zur EU-Nitratrichtlinie ergeben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des britischen Bauernverbandes (NFU).
Viele Güllelager auf britischen Betrieben sind zu klein und viele Bauern wissen über die max. Stickstoffmengen nicht bescheid.
Viele Güllelager auf britischen Betrieben sind zu klein und viele Bauern wissen über die max. Stickstoffmengen nicht bescheid.
Wie aus der Erhebung hervorgeht, will rund ein Fünftel der Farmer trotz der gesetzlichen Verschärfungen auf Investitionen verzichten. Mehr als ein Drittel plant, weniger als 25.000 £ (29.675 Euro) anzulegen. Verschärft werde die Lage dadurch, dass das Limit von 170 kg Stickstoff pro Hektar für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger bei 46% der Milcherzeuger überschritten werde, so der NFU bezüglich der nitratsensiblen Gebiete.

Zu niedriger Milchpreis
„Die Umfrage hat unsere schlimmsten Befürchtungen über das niedrige Investitionsniveau im Milchsektor bestätigt“, erklärte NFU-Milchfachmann Siân Davies. Mit einem Milchpreis, der im Durchschnitt um 3 Pence (3,56 Cent) unter den Gestehungskosten liege, sei man über die Lage nicht verwundert. Das Einhalten der Vorschriften in den nitratsensiblen Gebieten könnte viele Farmer überfordern. Besorgniserregend sei auch, so Davies, dass viele Milcherzeuger immer noch nicht wüssten, welches Stickstofflimit sie einhalten müssten und wie sich die Vorschriften auf ihre fachliche Praxis auswirkten.

Nur mehr wenig Zeit
Der NFU warnte, angesichts der zum 1. Januar 2012 in Kraft tretenden Vorschriften zu den Güllelagerkapazitäten bleibe nicht mehr viel Zeit. An der Umfrage nahmen laut NFU-Angaben von September bis November 2010 mehr als 150 Milcherzeuger teil. Die Baukosten für Güllelager beziffert der Verband je nach technischer Lösung auf 5 £/cbm (5,94 Euro) bis 40 £/cbm (47,48 Euro). Für einen Kuhbestand von 150 Kühen ergebe sich somit ein Investitionsbedarf von 13.000 £ (15.431 Euro) bis 90.000 £ (106.830 Euro). Hinzu kämen die Planungskosten. (AgE)

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Aktualisiert am: 02.03.2011 08:46
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