Niedriges Preisniveau für heimische Frühkartoffelsaison

Die Frühkartoffelsaison in Österreich ging mit dem gestrigen Tag auf einem niedrigen Preisniveau zu Ende. Das heimische Angebot ist trotz regionaler Rodeunterbrechungen für die urlaubszeitbedingt ruhige Inlandsnachfrage gut ausreichend.
Das heimische Angebot an Frühkartoffeln ist trotz regionaler Rodeunterbrechungen für die urlaubszeitbedingt ruhige Inlandsnachfrage gut ausreichend.
Das heimische Angebot an Frühkartoffeln ist trotz regionaler Rodeunterbrechungen für die urlaubszeitbedingt ruhige Inlandsnachfrage gut ausreichend.
Am Exportmarkt fehlen aber weiterhin die Impulse. Teils mangelnde Schalenfestigkeit und eine gute Eigenversorgung in den traditionellen Importländern werden dabei als Gründe angeführt. Die Vermarktung der Frühsorten ist weitgehend abgeschlossen. Bei den mittelfrühen Sorten fällt der Übergrößenanteil momentan etwas geringer aus, teilt die Marktabteilung der LK NÖ mit. Der Vegetationsverlauf war heuer durchwegs günstig für diese Kultur. Die Legearbeiten schritten bei trockenen Bedingungen zügig voran und waren früh abgeschlossen. Auflaufen sowie Jugendentwicklung verliefen rasch. Lediglich um die Zeit des Knollenansatzes war es vielerorts trocken. Die heimische Saison hatte bei noch nicht vollständig geräumter alterntiger Ware Ende Mai mit zunächst 40 Euro/dt nach dem vorjährigen verspäteten Start wieder begonnen. Sie war geprägt von rasch nachgebenden Preisen bei guten Rodebedingungen und schnellen Zuwächsen. Das Angebot seitens der Landwirte war daher sehr groß, was den Preisdruck verstärkte. Gleichzeitig war die Nachfrage der Konsumenten meist verhalten, berichtet die LK NÖ in ihrem Saisonrückblick. Bei einer recht guten Niederschlagsversorgung wachsen nun große Knollen heran. Es wird daher aus heutiger Sicht davon ausgegangen, dass klein- bis mittelfallende Ware im weiteren Verlauf heuer gefragt sein wird. Die meisten Händler verrechnen bereits Abschläge bei Übergrößen.

Deutschland: Erzeugerpreise stabil bis etwas schwächer

In Deutschland kann die ferienbedingt ruhige Nachfrage trotz witterungsbedingten Rodeunterbrechungen gut gedeckt werden. Es gibt genügend Angebot, zumal die Flächenräumung in Bayern und Niedersachsen etwas hinter dem üblichen Stand herhinkt. Der Anteil an Übergrößen stellt hier und da bereits ein Problem dar. Jedoch ist von den Landwirten bereits sehr viel reifegefördert worden. Die Erzeugerpreise sind im Vergleich zur Vorwoche weitgehend stabil bis leicht schwächer.

EU: Erste Ernteschätzungen gehen von höheren Erträgen aus

Die AMI hat mittlerweile erste Schätzungen über die Entwicklung von Anbauflächen und Erntemengen innerhalb der EU für das Jahr 2011 veröffentlicht. Es wird dabei von Flächeneinschränkungen in Ost- und Südeuropa ausgegangen. Einen Zuwachs dürfte es in Westeuropa geben. In den großen Kartoffelanbauländern der EU - Deutschland, Frankreich, Niederlande, Großbritannien und Belgien - geht man von größeren Flächen aus. Laut Berichten soll vor allem das Areal bei der Stärke- und Flockenproduktion ausgeweitet worden sein, was die Werte für die Speisekartoffeln wieder etwas relativiert. Die Ernteschätzungen fallen nach ersten Proberodungen ebenfalls recht hoch aus. Dies wird vor allem darauf zurückgeführt, dass heuer in Westeuropa ein Vegetationsvorsprung von 10 bis 20 Tagen - je nach Region - verzeichnet wird. Dadurch wird vielerorts auch früher eingelagert als in den vergangenen Jahren.


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Aktualisiert am: 11.08.2011 13:22
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