Niederlande fordern private Lagerhaltung für Schweinefleisch

Die Niederlande werden sich in Brüssel für eine kurzfristige Öffnung der privaten Lagerhaltung für Schweinefleisch einsetzen.
Das hat der niederländische Agrarstaatssekretär Henk Bleker nach einem Krisentreffen mit Vertretern der Vieh- und Fleischwirtschaft in Den Haag zugesagt. Bleker will sich auch dafür stark machen, dass auf europäischer Ebene eine hochrangige Expertengruppe (HLG) für den Schweinefleischmarkt nach dem Vorbild des Expertengremiums für den Milchmarkt eingesetzt wird.

Schweinehalter demonstrieren vor mehreren Schlachthöfen

Die Fachgruppe Schweinehaltung im niederländischen Bauernverband (LTO) begrüßte die Ankündigung Blekers. Der LTO hatte den Agrarstaatssekretär gemeinsam mit anderen Verbänden der Land- und Ernährungswirtschaft gestern zu einem Krisengespräch eingeladen. Zugleich hatten aufgebrachte Schweinehalter vorübergehend mehrere Schlachthöfe blockiert.


Fleischkonzern Vion um Stabilität bemüht

Der Fleischkonzern Vion senkte die Notierung für Schlachtschweine in den Niederlanden gestern um 9 Cent auf EUR 1,26 je kg Schlachtgewicht. Das Unternehmen reduzierte den Preis damit weniger stark als der Basispreis in Deutschland sank, nämlich um 23 Cent auf EUR 1,12 je kg. Der neue Vion-Preis soll für zwei Wochen gelten. Ihn erhalten nur Stammlieferanten. Bei gelegentlichen oder erstmaligen Lieferanten wird Vion 6 Cent je kg einbehalten und erst am Jahresende auszahlen. Das soll zu stabilen Lieferbeziehungen beitragen. Die Teilnehmer des Programms "Good Farming Star " erhalten hingegen einen Aufschlag von 6 Cent auf die Basisnotierung. Außerdem teilte Vion mit, frisches Schweinefleisch einzufrieren, um einen Beitrag zur Preisstabilisierung zu leisten (AIZ vom 20.1.2011)


Aktualisiert am: 21.01.2011 15:32
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