New Hollands Neulinge: Hightech versus Lowtech

New Holland hat zwei Traktorenbaureihen in der gleichen Leistungsklasse um die 100 PS. Welcher Traktor sich für welchen Betrieb eignet, zeigt „Der fortschrittliche Landwirt“ in diesem Fahrbericht.
Einfach, aber praktisch sind die Eigenschaften des neuen TD 5000.
Einfach, aber praktisch sind die Eigenschaften des neuen TD 5000.
In Österreich werden nach wie vor am meisten Traktoren mit 80 bis 100 PS verkauft. In diesem Leistungsbereich bringt nun New Holland gleich zwei neue Serien auf den Markt. Einerseits handelt es sich um die Serie T 5000, welche die bekannte Baureihe TL-A ersetzt, anderseits gibt es die TD-5000-Serie als Nachfolger für die Reihe TDD. „Der fortschrittliche Landwirt“ ist zwei Maschinen beider Serien gründlich Probe gefahren

T 5000: Nachfolger eines Verkaufsschlagers
Der TL-A hat sich seit Längerem auf dem Markt bewährt und fand viele Anhänger. Der T 5000, der gemäß New Holland für den Premiumkunden gedacht ist, soll diese Tradition fortsetzen. Angetrieben wird er von einem großvolumigen 4,5-Liter-Motor mit vier Zylindern. Besonders interessant ist das Getriebe dieses Traktors. Die Gangabstufung ist in drei Gruppen mit jeweils vier Gängen unterteilt. Mit der zweistufigen Lastschaltung ergeben sich somit 24 Gänge. Mit zehn Geschwindigkeiten im Hauptarbeitsbereich ist das Getriebe gut abgestuft. Positiv aufgefallen ist auch die lastschaltbare Wendeschaltung. Sie sitzt griffgünstig links unter dem Lenkrad und schaltet den Wendevorgang einwandfrei. Neu bietet New Holland beim T 5000 einen Kupplungsschalter direkt am Ganghebel an. Damit können die Gänge per Fingerdruck und ohne Tritt aufs Kupplungspedal geschaltet werden.

TD 5000: Mechanisch, aber ausgefeilt
Einen speziellen Eindruck vermittelt der TD 5000. Schon bei einem ersten Rundgang um den Traktor fühlt man sich in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurückversetzt. Seine Gene stammen aus dieser Zeit und können auch durch neue Aufmachung nicht verleugnet werden. Die Technik wirkt einfach, was aber der Brauchbarkeit keinen Abbruch tut. Beim Motor ist kein Unterschied zum Premiumprodukt T 5000 erkennbar. Es handelt sich um das moderne, 4,5 Liter große Aggregat von Iveco. Die jüngsten Abgasnormen sind der Grund für diesen Fortschritt beim TD 5000. Doch schon beim Getriebe findet man die ersten Unterschiede zum gleich starken T 5000. Hat doch der TD 5000 ein einfaches mechanisches 12-Gang-Getriebe, davon sind nur sechs Gänge im Hauptarbeitsbereich. Jedoch bietet es auch eine Wendeschaltung. Die ist zwar mechanisch, lässt sich aber dennoch gut schalten. Der Schalthebel befindet sich links neben dem Sitz und lässt die rechte Hand für andere Bedienungen beim Wendemanöver frei.

Die Auslastung bestimmt die Wahl
Die Datenblätter der beiden Traktorserien zeigen: Der T 5000 ist dem TD 5000 technisch weit überlegen. Ein Blick auf die Preisliste macht jedoch selbst den Technikfreak unsicher. Der TD 5000 ist nämlich satte 20 % günstiger als das Topprodukt T 5000. Nüchtern betrachtet lässt sich mit beiden Traktoren die gleiche Arbeit verrichten. Als Zweittraktor neben einer Profimaschine oder bei geringer Auslastung mit weniger als 400 Betriebsstunden pro Jahr macht der TD 5000 durchaus Sinn. Wer jedoch einen 80 bis 100 PS starken Traktor als Hauptmaschine benötigt, findet beim T 5000 den gewünschten Komfort.

Autoren: Stephan SCHMIDLIN, Wahlen (CH) und Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 27.05.2008 10:19
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