New Holland T7050: Zweite Chance für New Holland (Praxistest)

Mit den beiden großen TM-Typen hatte New Holland keine glückliche Hand bewiesen. Das soll jetzt mit der neuen Serie T7000 alles anders werden, behauptet jedenfalls New Holland. Unser Praxistest mit dem New Holland T7050 schafft Klarheit.
Die freundliche und geräumige Kabine ist bietet ein einfaches Bedienkonzept. Leider schaukeln sich Sitz- und Kabinenfederung unter Last gegenseitig auf.
Die freundliche und geräumige Kabine ist bietet ein einfaches Bedienkonzept. Leider schaukeln sich Sitz- und Kabinenfederung unter Last gegenseitig auf.
Der T7000 ist die letzte Chance für New Holland im Bereich der Großtraktoren, gab sich der Fiat-Chef Sergio Marchionne bei der Präsentation der Serie vor eineinhalb Jahren kämpferisch. So glänzten die beiden Vorgänger, der TM 175 und der TM 190 nicht auffallend mit Ruhm, und es galt, den der Marke dadurch entstandenen Imageschaden wieder gutzumachen. Die Vorzeichen standen gut, denn der T7000 erhielt von den europäischen Landtechnikjournalisten viele Vorschusslorbeeren. Sie wählten ihn letztes Jahr zum „Tractor of the Year 2008“. Alles in allem hochgespannte Erwartungen, die New Holland zu erfüllen hatte. Für unseren Test stand uns ein T7050 zur Verfügung, der zweitgrößte Vertreter der Serie mit einer Nennleistung von 197 PS.

Das Getriebe verstärkt und angepasst
Die Basis für das Getriebe des T7000 ist das bekannte Volllastschaltgetriebe von New Holland. In der Vergangenheit gab dieses Getriebe immer wieder Anlass zur Kritik, da vor allem die Zuverlässigkeit etwas zu wünschen übrig ließ. Beim T7000 haben die Entwickler von New Holland die Kritik aus der Praxis wohl ernst genommen und das Getriebe von Grund auf überarbeitet und der Leistung entsprechend verstärkt und angepasst. Das ist gut so, denn an sich hat das Getriebe viele positive Eigenschaften. Da wäre erstens die Volllastschaltbarkeit zu erwähnen. So lassen sich die 19 Gänge alle ohne zu kuppeln und ohne Gruppenwechsel durchschalten. Zweitens ist das Getriebe gut abgestuft. Zwar bietet es lediglich sieben Gänge im Hauptarbeitsbereich, doch sind diese sehr gut verteilt, so dass die Anzahl zweitrangig ist. Drittens fallen die verschiedenen Automatisierungsmöglichkeiten des Getriebes positiv auf. So lassen sich zum Beispiel für Transportarbeiten bis zu zwölf Gänge automatisch schalten, wobei der Fahrer die Ganganzahl und den Schaltbereich selber bestimmen und einstellen kann. In guter Erinnerung blieb auch der 19. Gang. Dabei handelt es sich um einen Spargang, mit dem sich die 43 km/h-Höchstgeschwindigkeit mit reduzierter Motordrehzahl erreichen lässt. Bei leeren Fahrten werden die Schaltvorgänge etwas ruckartig ausgeführt, was den Fahrkomfort etwas schmälert. Sobald der T7050 jedoch unter Last läuft, ändert sich das Schaltverhalten komplett, und der Gangwechsel wird butterweich.

Fazit: Einfach und gut
Der T7050 von New Holland hat bei unserem Testteam einen guten Eindruck hinterlassen. Er ist einfach in der Bedienung und hat einen top Motor. Das Volllastschaltgetriebe hat einfach programmierbare Automatikfunktionen und erreicht zB 40 km/h mit reduzierter Motordrehzahl. Auch 50 km/h sind möglich. Rückwärts fährt der T7050 nur sehr langsam. Die Kabine hat einen sehr freundlichen Eindruck hinterlassen, die Ausstattungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Sicht auf die Fronthydraulik wird durch die breite Motorhaube behindert. Für die Zapfwellenschaltung wird New Holland in Kürze eine verbesserte Lösung anbieten. Die Hydraulikausstattung und Leistung ist praxisgerecht. Positiv ist auch die erhöhte Zuladung gegenüber den Vorgängermodellen.

Autoren: Stephan SCHMIDLIN, Wahlen (CH) und Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 24.11.2008 16:07
Landwirt.com Händler Landwirt.com User