New Holland Mähdrescher mit BISO Maisspindelernter

Im Zuge einer Diplomarbeit an der HBLFA Francisco Josephinum Wieselburg wurde in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt BLT Wieselburg ein neues System zur Ernte von Maisspindeln untersucht. Welche Informationen daraus gewonnen wurden, erläutert Diplomand Bernhard Mair.
Beim Maisspindelwerfer von BISO Schrattenecker trennt ein Luftstrom die Spindeln ab.
Beim Maisspindelwerfer von BISO Schrattenecker trennt ein Luftstrom die Spindeln ab.
Es gibt bereits einige am Markt erhältliche Geräte zur Ernte von Maisspindeln. Die Hauptaufgabe dieser Technik ist es, die Spindeln vom Rest der Maispflanze zu trennen, ohne dabei die Körnermaisernte zu behindern. Die in Österreich wahrscheinlich bekannteste Lösung ist das patentierte System von Franz Tschiggerl aus der Südsteiermark. Dabei werden die Maisspindeln durch ein Sieb von Lieschen und Stängelteilen getrennt und in einen Vorratsbunker befördert. Der Inhalt wird vor oder nach dem Entleeren des Korntanks auf einen bereitgestellten Anhänger überladen.
Eine zweite Möglichkeit stellt der vom Mähdrescher gezogene Maisspindelabscheider dar. Dabei fällt das Gemisch aus Spindeln, Lieschen und Stängeln auf ein Förderband. Eine Trenneinrichtung scheidet die Spindeln ab und befördert sie in einen Bunker. Dieses Gerät ist vorwiegend in Nordamerika im Einsatz, da für einen rentablen Einsatz große Schläge erforderlich sind.

Maisspindelwerfer von BISO Schrattenecker
Ein drittes System ist der Maisspindelwerfer der Firma BISO Schrattenecker. Dabei erzeugen zwei elektrisch angetriebene Ventilatoren einen Luftstrom, der die Lieschen von den Spindeln trennt. Der Anstellwinkel der Ventilatorflügel kann verändert werden, um die Intensität des Luftstroms den Gegebenheiten anzupassen. Die relativ schweren Spindeln fallen in eine Querförderschnecke und gelangen so zu einem Radialgebläse. Von dort wird das Material über ein Auswurfrohr auf einen nebenher fahrenden Anhänger geladen. Das Gebläse kann mit Messern bestückt werden, um die Maisspindeln zu zerkleinern. Dadurch wird eine höhere Schüttdichte und somit ein effektiverer Transport gewährleistet. Das Auswurfrohr lässt sich hydraulisch um 90 Grad nach hinten bzw. zur Seite schwenken.
Über eine Kamera am Rohr kann der Mähdrescherfahrer in den Wagen blicken und ihn so gleichmäßiger befüllen. Auch über der Querförderschnecke und hinter der Auffangwanne sind Kameras angebracht, um das gesamte Geschehen besser überwachen zu können.

Die Ernte von Maisspindeln kann ein durchaus rentables Geschäft für den Lohnunternehmer und auch für den Landwirt sein. Die Flächenleistung ist hierbei ein entscheidender Faktor, um die Erntekosten im Griff zu behalten. Der Maisspindelwerfer ist schnell einsatzbereit, was einen wesentlichen Pluspunkt im Vergleich zu anderen Systemen darstellt. Um die Vorrichtung wirtschaftlich einsetzen zu können, muss aber auch die nötige Auslastung gewährleistet sein.

Weitere Informationen von der Untersuchung des neuen „Corn Cob Collector“ von BISO erhalten Sie in der Ausgabe 11/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 19.05.2012 12:00
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