Neuseeland: größter Milchbetrieb in Konkurs

Neuseelands größter Milchviehbetrieb in Familienbesitz, die Crafar Farm mit 20.000 Kühen an 22 Standorten, ist pleite.
Wie die Zeitung "New Zealand Herald " berichtet, soll der Betrieb seine Schulden von umgerechnet fast EUR 100 Mio. nicht mehr rechtzeitig bedient haben. Daraufhin kündigten die Gläubigerbanken Westpac, Rabobank und PGG Wrightson Finance die Kreditlinien. Die Crafar Farm steht nun unter treuhänderischer Verwaltung. Die Milcherzeugung soll vom Konkursverfahren möglichst ungestört fortgeführt werden. Die auf der Nordinsel angesiedelten Betriebe von Crafar liefern an die Genossenschaft Fonterra.
Die Crafar Farm hat Aussenstände von rund 100 Millionen Euro. Zudem werden dem Management Mängel im Bereich des Tierschutzes nachgesagt.
Die Crafar Farm hat Aussenstände von rund 100 Millionen Euro. Zudem werden dem Management Mängel im Bereich des Tierschutzes nachgesagt.


Tierschutz vernachlässigt

Bei der Eröffnung des Konkursverfahrens dürften nicht-wirtschaftliche Aspekte eine Rolle gespielt haben. Das Familienunternehmen war in der Vergangenheit wiederholt wegen Verstößen gegen Umwelt- und Tierschutzvorschriften verurteilt worden. Zuletzt ist im Internet ein schockierendes Video verbreitet worden, das Dutzende von verdurstenden Kälbern auf einem Crafar-Betrieb zeigt. Nach ihrer Entdeckung wurden die Tiere von Amtsveterinären getötet.

Rufschädigung vermeiden

Aus der Milchwirtschaft wurde die Forderung laut, die Crafar Farm zu schließen, um einen Rufschaden für die neuseeländische Milcherzeugung zu vermeiden. Zuletzt soll die Inhaberfamilie einen Verkauf an chinesische Investoren geplant haben. Landwirtschaftsminister David Carter hat eine Untersuchung der Zustände auf den Farmen von Allan Crafar eingeleitet. Fonterra hat sich ausdrücklich von tierquälerischen Haltungsformen distanziert. Falls sich die Vorwürfe gegen Crafar bestätigen sollten und keine Abhilfe geschaffen wird, will Fonterra die Milch der Betriebe nicht mehr abholen. (AIZ)


Aktualisiert am: 11.10.2009 20:22
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