Neues Zeitalter mit Wasserstoff

New Holland läutet mit dem Prototyp NH2 ein neues Zeitalter im Traktorenbau ein. Der Traktor fährt mit Wasserstoff statt Diesel, und anstelle des Getriebes übertragen Elektromotoren die Kraft auf die Räder. In fünf bis sechs Jahren soll die erste Serie auf dem Markt erhältlich sein.
Der NH2 steht für eine umweltfreundliche Technologie. Statt CO2 entsteht bei der Verbrennung lediglich Wasser.
Der NH2 steht für eine umweltfreundliche Technologie. Statt CO2 entsteht bei der Verbrennung lediglich Wasser.
„We have a dream“, werden sich die Konstrukteure von New Holland gesagt haben, als sie sich anschickten, die Pläne für den NH2 zu skizzieren. „Ich habe einen Traum“, das sagte bekanntlich auch Martin Luther King vor fast fünfzig Jahren zur Rassenfrage in Amerika. Mittlerweilen hat sich die Einstellung vieler Menschen verändert, und ein afroamerikanischer Mann namens Obama ist Präsident der größten Wirtschaftsmacht der Welt. Und auch die Konstrukteure von New Holland sind in ihrem Traum einen Schritt weiter. Und auch dieser Traum ist für die Zukunft, zumindest für die der Landwirtschaft, kein Bisschen weniger von Bedeutung.

Kein konventionelles Getriebe mehr
Der NH2 hat kein konventionelles Getriebe mehr. Den mit der Brennstoffzelle erzeugten Strom nutzt der Traktor zum Antrieb von Elektromotoren, die über eine Untersetzung stufenlos und direkt auf den Antrieb wirken. Gegenüber einem heutigen stufenlosen Getriebe ist der elektrische Antrieb jedoch viel einfacher aufgebaut. Zwar verfügt der NH2 auch über eine Zapfwelle. Angesichts der verfügbaren elektrischen Leistung stellt sich jedoch die Frage, ob er bis zur Marktreife nicht auch über eine Starkstromsteckdose im Heck verfügen wird.

In fünf Jahren soll der NH2 auf den Markt kommen
Zurzeit ist der NH2 zwar noch ein Prototyp mit etlichen Problemen, die es zu lösen gilt. New Holland gibt sich aber zuversichtlich, einen marktreifen Traktor bis 2014 oder 2015 präsentieren zu können. Selbstverständlich steht dann dem Kunden eine ganze Baureihe zur Verfügung. Doch macht es wenig Sinn, wenn nur ein Hersteller über diese revolutionäre Technik verfügt. Andere Hersteller müssten diesem Beispiel folgen. Einen Ansatz in diese Richtung präsentierte John Deere bereits an der letzten Agritechnica. Das lässt darauf schließen, dass zumindest von dieser Seite noch mehr zu erwarten ist.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 05.03.2009 13:43
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